Belgiens Außenminister: "Wir sollten, anlässlich des Treffens von Trump und Putin, der Ukraine und Georgien unsere Unterstützung bekräftigen!"

Europa zeigte sich irritiert über die Äußerungen des US-Präsidenten Donald Trump. In einem Interview hatte Trump die Europäische Union als einen Feind der USA bezeichnet. Als Grund nannte er die aus seiner Sicht unfairen Handelspraktiken der Europäer. An diesem Montag forderte die EU den US-Präsidenten auf, anlässlich seines Treffens mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Helsinki, die Ukraine entschieden zu verteidigen.

"Amerika und die EU sind beste Freunde. Wer auch immer sagt, wir seien Feinde, verbreitet Fake News", schrieb Ratspräsident Donald Tusk als Reaktion auf die Äußerungen Trumps auf Twitter. Tusk ist zur Zeit in Peking. Dort nimmt er am 20. EU-China-Gipfel teil. Europa und China, Russland und die Vereinigten Staaten hätten eine gemeinsame Verantwortung zu tragen, nämlich die Weltordnung zu verbessern und nicht zu zerstören, so Tusk. Er hoffe, dass diese Nachricht auch Helsinki erreiche, unterstrich der Ratspräsident in einem weiteren Bericht.

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EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini sagte mit leicht ironischem Unterton vor einem Treffen der EU-Außenminister in Brüssel: "Ich würde ihn fragen, wen er als Freund betrachtet." Die USA seien aus Sicht der Europäer "sicherlich" ein "enger Freund und Partner". "Ich habe schon oft gesagt, dass ein Regierungswechsel die Freundschaft zwischen Ländern und Völkern nicht verändert."  Außerdem habe die EU viele andere Freunde in der Welt.

"Es scheint, als sei die ganze Welt sein Feind. Man muss die Äußerungen des Präsidenten Trump mit Zurückhaltung nehmen", erklärte wiederum der französische Außenminister Jean-Yves le Drian.

Auch sein spanischer Amtskollege Josep Borrell rief dazu auf, die Äußerungen Trumps zu relativieren. "Ich denke, er wollte von der Handelskonkurrenz der Europäischen Union sprechen und damit ist der Begriff 'Feind' eine Übertreibung." Weiter fügte Borrell an, er hoffe, dass das tatsächlich die Erklärung sei.

Trump versuche, mit seinen Provokationen die EU zu spalten, reagierte der deutsche Staatsminister für Europafragen, Michael Roth, in Brüssel. Empörung über die wahrheitswidrigen und nicht sonderlich konstruktiven Beiträge Trumps sei nicht hilfreich. Man müsse stattdessen das notwendige Maß an Geschlossenheit zeigen, um ernstgenommen zu werden.

"Die Vereinigten Staaten sind ein Verbündeter. Wir haben beim Nato-Gipfel das transatlantische Bündnis bekräftigt, auch wenn wir bei einigen Themen unterschiedlicher Meinung sind", so der Außenminister Belgiens, Didier Reynders. Er sprach zudem die Differenzen zwischen Amerikanern und Europäern bei der Klimapolitik, dem Nuklearabkommen mit dem Iran, in Handelsfragen und in der Nahostpolitik an. "Wir sollten jetzt, anlässlich des Treffens zwischen Trump und Wladimir Putin, der Ukraine und Georgien unsere Unterstützung bekräftigen und daran erinnern, dass die Annexion der Krim, die Situation in der Ost-Ukraine und die militärische Präsenz Russlands in Georgien inakzeptabel sind", betonte Reynders noch. "Wir hoffen, dass Donald Trump diese Themen ansprechen wird."