114.000 Fluggäste haben Recht auf 35 Mio. Euro

Nie zuvor haben so viele Fluggäste in Belgien so viel Unannehmlichkeiten durch Verspätungen gehabt wie in der ersten Hälfte von 2018. In den vergangenen sechs Monaten wurden 1.000 Flüge gestört. Dadurch haben 114.000 Passagiere Recht auf 35 Millionen Euro Schadensersatz.

Die Zahlen stammen von AirHelp, einem Unternehmen, das auf Schadensansprüche für Reisende spezialisiert ist.

In der Europäischen Union haben Flugzeugpassagiere bereits ab einer Verspätung von zwei Stunden Recht auf eine Vergütung. Dass in diesem Jahr so viele Flüge so lange auf dem Boden blieben, hat zwei Hauptgründe: Einen Pilotenmangel und zahlreiche Streiks, unter anderem bei Brussels Airlines und Ryanair, schreibt die Zeitung Het Laatste Nieuws an diesem Dienstag.

Doch auch ein Urteil des Gerichtshofs der Europäischen Union Anfang dieses Jahres spielt eine Rolle. Passagiere können nun, sollte ihr Flug infolge eines Streiks annulliert werden oder Verspätung haben, eine Entschädigung beantragen. Zuvor war das als "außergewöhnlicher Umstand" eingestuft worden, wodurch die Fluggesellschaften zu keiner Vergütung verpflichtet waren.

Es sieht übrigens so aus, als würden neue Unannehmlichkeiten auf Flugpassagiere zukommen. Am 25. und 26. Juli legt das Bordpersonal von Ryanair seine Arbeit nieder. Und auch im August und September müsse man laut AirHelp mit Flugbehinderungen rechnen.