Listerienkontamination bei Greenyard hat große finanzielle Folgen

Das belgische Gemüseunternehmen Greenyard schätzt den finanziellen Schaden der Rückrufaktion möglicher mit Listerien kontaminierter Tiefkühlprodukte auf rund 30 Millionen Euro. Das gab das Unternehmen an diesem Dienstag vor Öffnung der Börse bekannt. Es handelt sich dabei u.a. um Kosten für das Produkt, den Transport, die Behandlung, Lagerung und Vernichtung sowie für Unterauftragnehmer und den Verlust von Gewinnmargen, hieß es bei dem Unternehmen. Für die allgemeine Haftung und Produkthaftung ist Greenyard versichert.

Anfang Juli hatte Greenyard bekannt gegeben, dass es das gesamte Tiefkühlgemüse, das zwischen dem 13. August 2016 und dem 20. Juni 2018 in seiner ungarischen Fabrik in Baja hergestellt wurde, zurückgerufen habe. Als Grund nannte das Unternehmen eine Listerienkontamination. Die Rückrufaktion erfolgte nach einer Untersuchung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA, nachdem in den vergangenen drei Jahren in mehreren europäischen Ländern neun Personen an einer Kontamination mit Listerienbakterien gestorben waren. Der gleiche Stamm wurde auch in der ungarischen Fabrik von Greenyard gefunden. Außer den 9 Personen, die starben, wurden auch 38 krank.

Das börsennotierte Unternehmen Greenyard hat an diesem Dienstag eine erste Einschätzung der finanziellen Auswirkung der Rückrufaktion gegeben. Am Montag sank die Aktie an der Brüsseler Börse stark. Greenyard schätzt die Kosten auf vorerst 30 Millionen Euro. Ein Drittel der Kosten hat Auswirkungen auf die Bilanz, zwei Drittel auf das Bare. Zu 80 Prozent handelt es sich um außergewöhnliche Kosten. Es sei eine vorläufige Einschätzung, betont Greenyard noch.

Die Rückrufaktion ist immer noch im Gange: Die Produkte werden zurückgebracht und vernichtet. Die Fabrik in Ungarn wurde geschlossen, um sie einer gründlichen Analyse zu unterziehen. Man muss die Ursache für die Kontamination finden. Man werde die Fabrik solange geschlossen halten, bis man mit den Ergebnissen zufrieden sei. Dabei werde man in ständigem Kontakt zu den lokalen Behörden stehen und genauestens auf die europäischen Vorschriften achten, heißt es im Unternehmen.

Man suche nun gemeinsam mit den Kunden nach einer alternativen Versorgung. Auch würden regelmäßig Gespräche mit Kunden, Banken, Lieferanten und Züchtern geführt, um sie zu informieren.

Unterdessen ist die Greenyard-Aktie, nach dem starken Kursverfall vom Montag an der Brüsseler Börse, wieder gestiegen. Nachdem die Aktie fast ein Drittel ihres Börsenwertes verloren hatte, stand der Kurs am Dienstagmorgen bereits nach einer Viertelstunde 11 Prozent höher auf 8,74 Euro.