Keine Hilfe des Konsulats mehr für Belgier, die Reisewarnung missachten

Wer in ein Land reist, für das das Außenministerium eine Reisewarnung herausgegeben hat, kann nicht mehr automatisch mit der Hilfe des Konsulats rechnen, falls er Probleme bekommt. Belgien ist seit dem 1. Juni nicht mehr verpflichtet, über die Botschaft oder das Konsulat zu helfen, falls Reisende große Risiken eingehen.

Letztes Jahr bekamen rund 1.000 Belgier konsularischen Beistand im Ausland. Die Zahl der Interventionen durch das Außenministerium hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Nach der jüngsten Gesetzesänderung wird nun ein eindeutiger Rahmen vorgegeben, wann eine Person Recht auf konsularische Hilfe hat und wann nicht.

Eine Garantie auf Hilfe gibt es nicht mehr, wenn Belgier sich in ein Gebiet begeben, für das das Außenministerium eine Reisewarnung herausgegeben hat, wenn Menschen in ein bewaffnetes Konfliktgebiet reisen oder wenn Urlauber außergewöhnlich hohe Risiken eingegangen sind ohne finanziell ausreichend Vorsorge getroffen zu haben.

Das heiße nicht, dass das Auswärtige Amt Landsleute in den betroffenen Ländern generell im Stich lasse, erklärt der Sprecher Didier Vanderhasselt in der Zeitung De Standaard. "Viel hängt auch von den Gründen ab, warum Sie in diese Länder reisen."

Die Liste der Reiseempfehlungen pro Land können Sie auf der Webseite des Außenministeriums einsehen.