Belgiens Wirtschaftsminister will einem „harten“ Brexit vorbeugen

Belgiens Wirtschafts- und Arbeitsminister Kris Peeters (CD&V - Foto) will die hiesigen Unternehmen besser auf die Möglichkeit eines „harten“ Brexit vorbereiten. Bis September sollen die möglichen Auswirkungen eines Ausstiegs Großbritanniens ohne entsprechenden Deal aus der EU auf Ebene eines jeden möglicherweise davon betroffenen Unternehmens in Belgien gescannt und aufgezeigt werden.

Bundeswirtschaftsminister Peeters traf sich zu diesem Thema am Mittwoch zu einem Gespräch mit dem Brexit-Unterhändler der Europäischen Union, Michel Barnier, und mit Vertretern der sogenannten „Brexit High Level Group“, die sich mit genau diesem Bereich auseinandersetzt.

Die Nerven sind gespannt

Nicht nur bei den Briten selbst, sondern auch bei der EU und auf belgischer Bundesebene sind die Nerven gespannter denn je. Den Ausschlag dazu gab das Brexit-Weißbuch von Premierministerin Theresa May und der Rücktritt ihrer beiden Widersacher, Brexit-Minister David Davis und Außenminister Boris Johnson aus ihrer Regierung als Reaktion darauf. Die gänzlich unterschiedlichen Ansichten zum EU-Austritt der Briten führten zu einer Regierungskrise in London.

In Belgien werden die Brexit-Verhandlungen zwischen den Briten und der EU mit Argusaugen beobachtet. Hier wird ein „No-Deal-Szenario“ befürchtet. Wirtschaftsminister Peeters und der Vorsitzende der „Brexit High Level Group“, Graf Paul Buysse, sind der Ansicht, dass die potentiellen Auswirkungen eines „harten“ Brexits für die belgische Wirtschaft enorm sein werde. Die Unternehmen müssen in diesem Fall Vorsorge treffen, heißt es dazu.

Unternehmen werden maßgerecht beraten

Ab September können sich belgische Unternehmen, die auch am britischen Markt aktiv sind, auf Maß beraten lassen. Ihr Unternehmen wird auf die möglichen Auswirkungen eines „harten“ Brexits hin gescannt, um die potentiellen Folgen aufzeigen zu können. Das belgische Wirtschaftsministerium (FOD Economie) arbeitet zudem an einer entsprechenden Webseite und wird mit einer Informations- und Kommunikationskampagne aufwarten.

„Ein ‚harter‘ Brexi kann noch abgewendet werden, doch wir wollen die Aufmerksamkeit der Unternehmen erhöhen, ohne dabei für Panik zu sorgen.“, so Wirtschaftsminister Peeters. Laut Graf Buysse wächst die Sorge inzwischen allerdings bei fast allen, die in dieser Frage mit am Tisch sitzen: „Jetzt ist es daran, unsere Unternehmen so gut wie möglich vorzubereiten und abzusichern. Wir müssen äußerst vorsichtig sein, denn in diesem Dossier kann jeder verlieren.“