Brüssel: Luftschutzkeller unter dem Vossenplein unter Denkmalschutz

Der ehemalige Luftschutzkeller unter dem Brüsseler Vossenplein im Marollen-Viertel stammt aus dem Zweiten Weltkrieg, wurde allerdings jahrelang vergessen. Erst 1995 wurde er wiederentdeckt und fiel danach erneut in eine Art Dornröschenschlaf. 2014 geriet er aber erneut ins Gespräch, als bekannt wurde, dass die Stadt Brüssel unter dem Vossenplein eine Tiefgarage für öffentliche Parkplätze errichten wollte.

Als die Pläne der Stadt Brüssel vor vier Jahren bekannt wurden, unter dem Vossenplein in den Marollen eine Tiefgarage zu errichten, regte sich sofort Protest und Nachbarschaftsgemeinschaften gründeten eine Bürgerinitiative. Dadurch wurden die Pläne erst einmal hintangestellt. Schon damals wurde daran gedacht, den alten Luftschutzkeller aus dem Zweiten Weltkrieg unter Denkmalschutz stellen zu lassen, damit aus dem Vorhaben nichts wird.

Jetzt hat die Region Brüssel-Hauptstadt zum Ärgernis der Stadt Brüssel tatsächlich den Luftschutzkeller unter Denkmalschutz stellen lassen. Dieser Keller ist etwa 35 m lang und 5 m breit und besteht aus insgesamt drei Räumen und mehreren Gängen.

Darin eingerichtet wurden damals Bänke, Waschbecken und Toiletten. Diese sanitären Anlagen sind einer der wichtigsten Gründe, den Luftschutzkeller unter Denkmalschutz zu stellen, stammen sie doch aus der zweiten Hälfte der 1940er Jahre und sind dadurch, dass sie fast nie genutzt wurden, im absoluten Originalzustand.

Kritik am Denkmalschutz wegen Toiletten aus den 40er Jahren

Doch nicht jeder in Brüssel kann sich für die Unterschutzstellung des Luftschutzkellers am Vossenplein, übrigens der Platz in den Marollen, wo der tägliche Flohmarkt stattfindet, begeistern. Els Ampe (Open VLD), Brüssels liberale Schöffin für Mobilität, öffentliche Arbeiten und niederländisch-sprachige Angelegenheiten, hält das Vorgehen der Hauptstadt-Region für seltsam:

„Der Ausschuss für Monumente und Landschaften klassiert den Keller, weil darin Toiletten aus den 40er Jahren drinstehen. Ich finde es seltsam, dass der Luftschutzkeller wegen Toiletten unter Denkmalschutz gestellt wird. Man kennt noch nicht einmal das genaue Baujahr. So etwas gibt es meiner Ansicht nach nur im Land von Manneken Pis.“