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Nationalfeiertag: Zivilschutz verzichtet aus Protest auf Teilnahme an der Parade

Zum ersten Mal seit Jahren nimmt der belgische Zivilschutz nicht an der Parade zum Nationalfeiertag am 21. Juli statt. Das Personal des Zivilschutzes will mit dem Verzicht auf die Teilnahme an der Parade in Brüssel gegen die Reform ihrer Einrichtung protestieren. Diese beinhaltet die Schließung von vier der derzeit noch sechs Standorte dieses feuerwehrähnlichen Hilfsdienstes für Katastrophen oder andere schwerwiegende Vorkommnisse.

Die Reform beim Zivilschutz sieht vor, dass ab Januar 2019 nur noch die beiden Zivil- und Katastrophenschutz-Kasernen von Lüttich und Brasschaat in der Provinz Antwerpen bestehen bleiben sollen. Alle anderen Kasernen, auch der landesweit am zentralsten liegende Standort in Liedekerke in Flämisch-Brabant, werden bis dahin aufgelöst.

Die Schließung von vier der sechs Standorte ist bereits seit längerem bekannt, dich die Zivil- und Katastrophenschützer unseres Landes haben sich damit - auch aus Einsatz- und Sicherheitsgründen - bisher nicht abgefunden.

In den Augen der Gewerkschaften ist der diesjährige belgische Nationalfeiertag für den Zivilschutz kein Tag zum Feiern. Eine gewisse Anzahl an Mitarbeitern verliert seinen Job, andere müssen deutlich weitere Fahrten zu ihrem neuen Einsatzort zurücklegen, im Katastrophenfalle seien die Wege zum Ort des Geschehens jetzt deutlich weiter und vieles mehr, so die Kritik.

„Die Sicherheit geht zurück“

Zudem müssen jene, die ihren Arbeitsplatz behalten, Examen ablegen, um den Job weiter machen zu dürfen, den sie teilweise schon seit Jahren ausüben. „Dies ist keine gute Reform“, so der allgemeine Tenor beim Zivilschutz.

Die Zivilschützer, die traditionell zum Defilee zum belgischen Nationalfeiertag gehören, bleiben also in ihren Kasernen und verzichten auch, einer breiten Öffentlichkeit, sich selbst und ihr neuestes Material zu zeigen. Nach Ansicht eines Gewerkschaftlers gehe die Sicherheit nach der Reform zurück und weil ihre Dienstleistung offenbar von der Politik nicht mehr gefragt sei, wünsche man, der Parade zum 21. Juli fernzubleiben.