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Königsansprache zum 21. Juli nach dem Motto: "Der Weg ist das Ziel"

Wie ein Leitfaden für ein Bewerbungsschreiben, eine Werbung für Belgien als Einheit, als eine vielseitige Gemeinschaft, in der sich die Menschen gegenseitig stärken, um sich weiterzuentwickeln, um Fortschritte zu machen, liest sich die Ansprache von König Philippe anlässlich des Nationalfeiertages am morgigen 21. Juli. 

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Der König, allgemein bekannt als ein großer Fan der belgischen Nationalmannschaft, beginnt seine Rede mit den Roten Teufeln und ihrem Teamgeist. Dieser hat die Teufel zu einem historischen Erfolg geführt, den dritten Platz in der Fußball-WM.

Die Leistung der belgischen Mannschaft liegt in der Art und Weise, wie sie diesen Erfolg errungen hat, so der König: "mit Fairplay, Respekt für den Gegner und dadurch, dass jeder Spieler sein Talent in den Dienst derselben Sache gestellt hat : die Ehre unseres Landes."

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Gemeinsam sind wir stark

Einigkeit macht eben stark. Zusammen, so der König, sind wir stark. Damit weist er versteckt und diplomatisch geschickt verpackt auf etwas hin, das in Zeiten eines aufkommenden Populismus nicht selbstverständlich ist: Die Einheit Belgiens und zwar trotz oder gerade wegen all der Verschiedenheiten in diesem Land.

"In der Suche nach dem, was uns eint, finden wir den ganzen Reichtum, der sich aus unseren Unterschieden ergibt. Unsere Schwächen können wir dann in Stärke ummünzen.  Das Streben nach Einheit verkennt nicht die Unterschiede, sondern im Gegenteil : es nimmt sie an.  Ein Resultat, das wir in diesem Geiste erzielen, wird so noch schöner." 

Das schöne Ergebnis der Roten Teufel war nicht das Werk eines Einzelnen, sondern das einer Mannschaft. "Einigkeit macht stark" und genau das ist eben der Leitspruch der Belgier.

Wer zudem innerlich ausgeglichen ist, ist stark, weiß König Philippe. Er bringt das Ganze deshalb auch auf eine "persönliche Ebene": Jeder von uns soll seine Talente, aber auch seine Schwächen miteinander vereinbaren. Denn beide bestimmen unser Los. Erst wenn wir das erkennen und akzeptieren, können wir wachsen, uns weiterentwickeln und stärker werden.

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König Philippe gilt als willensstark und wertetreu und das Königspaar als nah am Bürger

Ein wichtiger Aspekt im Leben des Königshauses ist zweifelsohne der Beitrag zum Gemeinwohl. Die Art und Weise, wie der Beitrag erfolgt, bestimmt auch unser Wachstum mit. "Es gibt in unserem Land unzählige Initiativen, deren Hauptziel nicht vorrangig Effizienz und Profit ist, sondern die auch menschlichen Mehrwert schaffen wollen.  Das soziale Unternehmertum ist hierfür ein schönes Beispiel. Öffentlicher, privater, Wirtschafts- und Sozialsektor wachsen immer mehr zusammen. Dieser Elan bereichert unsere Demokratie", heißt es in der Ansprache.

Das Engagement zeige sich auf allen Ebenen, in dem wir uns für "gestaltende Projekte in unseren Gemeinden, wo im Oktober Wahlen stattfinden werden", einsetzen. Dieser Elan schlägt sich aber auch in der internationalen Politik Belgiens nieder. So hat Belgien zum Beispiel ab Januar 2019 einen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, wo man sich für seine Ideale, für Entwicklung und Frieden einsetzen könne, so der König.

König Boudewijn als Vorbild

Es ist dieses Jahr genau 25 Jahre her, als König Boudewijn starb. Mit seiner Überzeugung vom Guten im Menschen, war er für viele eine Quelle der Inspiration. Der König hat sehr schöne Erinnerungen an seinen Onkel.

Anlässlich dieser Ausgabe der Sommerausstellung im Königsschloss wird ein Teil der Expo dem vor 25 Jahren verstorbenen König Boudewijn gewidmet. Der König hat eigens zwei Malereien von König Boudewijn angefertigt. König Philippes Hobby ist unter anderem die Malerei. Die beiden Gemälde sind in der Ausstellung zu sehen.

Für Philippe ist Boudewijn ein Vorbild: "Er hörte den Menschen zu und stellte stets die Stärken der anderen in den Vordergrund.  Das ist für uns eine wunderbare Quelle der Inspiration."

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Gemälde von König Philippe: "König Boudewijn"
Gemälde von König Philippe: "König Boudewijn"
König Philippe bei seiner Ansprache zum 21. Juli

Ansprache Seiner Majestät des Königs anlässlich des Nationalfeiertages am 21. Juli 2018

Im Original!

Meine Damen und Herren,

Die tolle Leistung unserer Nationalmannschaft bei der Fussball-Weltmeisterschaft hat unser ganzes Land mitgerissen. Wir haben alle zusammen unvergessliche Momente mit unseren Spielern erlebt. Das ist so einer der Momente im Leben eines Landes, die das Gefühl in uns wecken, stolz zu sein und dazu zu gehören. Unsere Roten Teufel haben aber auch fabelhaft unseren Wahlspruch verkörpert : Einigkeit macht stark. Zusammen sind wir stark, in unserer Vielfalt, wenn wir unsere Talente bündeln und nach einem gemeinsamen Ideal streben.

Natürlich ist da zuerst das schöne Ergebnis als solches. Aber die herausragende Leistung unserer Mannschaft liegt auch in der Art und Weise, wie sie diesen Erfolg errungen hat : mit Fairplay, Respekt für den Gegner und dadurch, dass jeder Spieler sein Talent in den Dienst derselben Sache gestellt hat : die Ehre unseres Landes.

Auch in unserem persönlichen Leben und in der Gesellschaft beurteilen wir unsere Stärke anhand von Resultaten, aber auch durch die Art, wie wir diese erreichen, im Streben nach einem gleichen Ziel. Indem wir zusammen vorgehen und dabei unsere jeweiligen Talente und Schwächen miteinander vereinbaren. Um stark und erfolgreich zu sein, um letztendlich ich selbst zu sein, muss ich auf die Stärken der anderen vertrauen, die mir erst meine eigene Stärke offenbaren. Indem ich mich mit und für meine Mitmenschen einsetze.

In der Suche nach dem, was uns eint, finden wir den ganzen Reichtum, der sich aus unseren Unterschieden ergibt. Unsere Schwächen können wir dann in Stärke ummünzen. Das Streben nach Einheit verkennt nicht die Unterschiede, sodern im Gegenteil : es nimmt sie an. Ein Resultat, das wir in diesem Geiste erzielen, wird so noch schöner.

Meine Damen und Herren,

Wir erleben heute einen tiefgreifenden geistigen Wandel. Das 21. (einundzwanzigste) Jahrhundert wird das Jahrhundert des Bürgers. Dasjenige aller Bürger, die zum Gemeinwohl beitragen wollen, indem sie sich für sinngebende Projekte einsetzen. Die Suche nach Sinngebung gibt dem Gemeinwohl eine wirklich menschliche Dimension. Belgien ist eine vielseitige und lebendige Gesellschaft. Es gibt in unserem Land unzählige Initiativen, deren Hauptziel nicht vorrangig Effizienz und Profit ist, sondern die auch menschlichen Mehrwert schaffen wollen. Das soziale Unternehmertum ist hierfür ein schönes Beispiel. Öffentlicher, privater, Wirtschafts- und Sozialsektor wachsen immer mehr zusammen.

Dieser Elan bereichert unsere Demokratie. Er nährt unser Engagement auf allen Ebenen, angefangen in unserer unmittelbaren Umgebung bis hin zu unserem Auftreten in der Welt. Wir setzen uns ein für gestaltende Projekte in unseren Gemeinden, wo im Oktober Wahlen stattfinden werden. Und unser Land trägt mit konstruktiver Kraft zur internationalen Ordnung bei. Zum Beispiel im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, wo wir ab nächsten Januar wieder einen Sitz innehaben werden. Dort können wir uns tatkräftig für unsere Ideale einsetzen, die uns am Herzen liegen, nämlich Entwicklung und Frieden.

Lassen wir diese Kraft, die uns so auszeichnet, weiter wirken - wo immer wir sind und wann

immer wir die Gelegenheit dazu haben. Das ist auch der Weg, den uns König Baudouin

gewiesen hat, der vor 25 Jahren von uns gegangen ist. König Baudouin war ein Mann der

Hoffnung. Er schöpfte seine Kraft aus einem tiefen Glauben an die Menschheit. Er hörte den

Menschen zu und stellte stets die Stärken der anderen in den Vordergrund. Das ist für uns eine

wunderbare Quelle der Inspiration.

Die Königin und ich wünschen Ihnen einen schönen Nationalfeiertag. Es lebe Belgien.