Entschlüsse der flämischen Regierung: Keine Heizölkessel mehr, mehr Solarzellen, aber kein Dosenpfand

Auf ihrem letzten Ministerrat vor der Sommerpause hat die flämische Regierung mehrere wichtige Entscheidungen getroffen, insbesondere in Bereich Umwelt und Klima. Eine lange Liste an Maßnahmen soll dafür sorgen, dass Flandern ein ganzes Stück energieeffizienter wird und mehr erneuerbare Energie nutzt und dass der Ausstoß der Treibhausgase bis 2030 um 35 Prozent zurückgeht.

Nach einer langen Nacht der Verhandlungen, hat sich die flämische Regierung auf mehrere Maßnahmen geeinigt, die Ministerpräsident Geert Bourgeois an diesem Samstag stolz verkündete. Bourgeois nannte seine Regierung die größte Reformregierung überhaupt.

So hat die Regierung mehrere Maßnahmen zur Einhaltung der Klimaziele für 2030 beschlossen:

Ab 2021 dürfen keine neuen Heizölkessel mehr verkauft und dürfen auch keine gebrauchten Heizölkessel mehr installiert werden.

 - Das habe die Heizölkesselbranche sehr stark getroffen, reagierte ihr Verband auf die Beschlüsse. -

Ferner werden Häuser in neuen Siedlungen ab 2021 nicht mehr an Gasleitungen angeschlossen. Sie sollen mit Wärmepumpen beheizt oder an ein Fernwärmenetz angeschlossen werden. Hierfür gibt es dann auch eine Prämie, sagte der flämische Energieminister Bart Tommelein. Da mit einem Wärmepumpen-Boiler rund 70 Prozent mehr Energie gespart wird, würde die Regierung eine Prämie auf die Geräte einführen. Zunächst erhalte man eine Prämie in Höhe von 400 Euro. Diese werde dann schrittweise jedes Jahr abnehmen, so Tommelein noch.

Außerdem muss derjenige, der ab 2021 eine bereits existierende Immobilie kauft, diese innerhalb von 5 Jahren nachhaltiger gestalten, indem er zum Beispiel das Dach, die Mauern und das Treppenhaus isoliert oder besonderes Isolierglas einbaut.

Bis 2030 muss in Flandern auch der Anteil der erneuerbaren Energie stark zunehmen. Zwischen 2020 und 30 sollen in Flandern deshalb mehr als 12 Millionen Solarzellen hinzukommen.

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Plastiktüten werden verboten

Die Regierung hat auch beschlossen, Pastiktüten an der Kasse gänzlich zu verbieten. Ein Pfand auf Dosen und Plastikflaschen, wie es die flämische Umweltministerin gefordert hatte, wird vorerst jedoch nicht eingeführt. Der Sektor wird allerdings dazu angehalten, künftig viel mehr zu recyclieren. So soll der Sektor in vier Jahren mindestens 90 Prozent anstelle der heute 50 Prozent seiner Getränkeverpackungen recyclieren. 

Natur belassen wie sie ist

Derzeit gehen in Flandern jeden Tag 6 Hektar öffentlicher Raum verloren. Bis 2025 dürfen das nur noch 3 Hektar sein, 2040 darf gar kein öffentlicher Raum mehr verloren gehen. Wer seinen Baugrund aus diesem Grund nicht mehr bebauen darf, wird zu 100 Prozent von der Regierung entschädigt.