Zahl der Anträge auf Naturalisierung ist stark zurückgegangen

Die Zahl der Anträge auf Einbürgerung in Belgien ist stark zurückgegangen. Zwischen 1996 und 2012 waren es rund 1.000 Anträge im Jahr. 2017 waren es nur noch 175. Das geht aus Zahlen der Parlamentsabgeordneten Sarah Smeyers und Werner Janssens von den flämischen Regionalisten (N-VA) hervor.

Der starke Rückgang der Anträge auf Einbürgerung liegt vor allem an den verschärften Regeln, die 2013 eingeführt wurden. Die Kandidaten müssen seither unter anderem einen fünfjährigen Aufenthalt in Belgien vorweisen können, eine der offiziellen Sprachen des Landes beherrschen und beweisen, dass sie sich um ihre Integration bemühen.

Seit 2013 und vor allem 2014 sind die Zahlen stark zurückgegangen. So sind 2017 nur noch 175 Anfragen beim Kammerausschuss für Einbürgerung gestellt worden. Für 2018 sind bislang 104 Anträge eingegangen.

Smeyers, die damals eine Mitinitiatorin der verschärften Regeln war, reagiert zufrieden. "Wir wollten diese Gunst Menschen vorbehalten, die sich tatsächlich integriert haben oder die einen wichtigen Beitrag für unser Land liefern konnten, wie Sportler oder Wissenschaftler. Der Erwerb der Staatsbürgerschaft über das Einbürgerungsverfahren ist dadurch echt zur Ausnahme von der Regel geworden."

Es gibt in Belgien zwei Möglichkeiten, um die belgische Staatsbürgerschaft zu erwerben. Die eine, oben beschriebene, ist eher der Ausnahmefall, weil sie über das Einbürgerungsverfahren (Naturalisierung) erfolgt, bei dem im föderalen Parlament über den Antrag abgestimmt wird. 

Die andere Möglichkeit ist der Erwerb der belgischen Nationalität durch eine Erklärung bei der zuständigen Gemeinde, wobei der Antrag und sämtliche hierfür notwendigen Dokumente von der Justiz untersucht werden und dort über die Annahme oder Ablehnung entschieden wird.