Brügge und die Kreuzfahrten: „Wir wollen keine Zustände wie in Venedig“

Internationale Kreuzfahrtschiffe, die die flämische Stadt Brügge ansteuern, machen in der Regel im Hafen von Zeebrügge fest, wo vor nicht allzu langer Zeit ein entsprechendes Terminal eröffnet wurde. Die Zahl der Kreuzfahrt-Touristen, die nach Brügge kommen, soll aber beschränkt bleiben, denn ein täglicher Sturmlauf, wie andernorts in Europa, soll hier vermieden werden.

Natürlich wollen alle Kreuzfahrt-Touristen, deren Ozeanriesen in Zeebrügge festmachen (Foto oben), Brügge sehen. Dabei unterscheiden die Behörden zwei Gruppen von Gästen. Da sind zum einen die, die einen Trip nach Brügge, oft auch mit Führung, im Vorfeld bereits gebucht haben. Da sind aber zum anderen die, die erst vor Ort in Zeebrügge beschließen, kurzfristig doch noch ins „Venedig des Nordens“ zu fahren.

Diese Gruppe der Touristen sorgt in Brügge für die meisten Probleme und deshalb wird deren Zahl ab September eingeschränkt. Brügges Bürgermeister Renaat Landuyt (SP.A) lässt ab dann nur noch 9 Reisebusse pro Kreuzfahrtschiff zu, um ein tagtägliches Überrennen seiner Stadt zu vermeiden: „Es ist aber nicht das Ziel, in Brügge weniger Kreuzfahrt-Touristen zu begrüßen.“

Landuyt und der Tourismusverband seiner Stadt will, dass die Kreuzfahrt-Touristen, die nach Brügge kommen, gut begleitet werden: „Wir wollen Zustände, wie in Venedig, vermeiden“. Dort sorgen massenhaft Tagestouristen und Kreuzfahrer für ein tägliches und kaum noch handelbares Chaos. Und diese Riesenschiffe sorgen in der Lagune von Venedig inzwischen längst für Umweltschäden.

Viele Tagestouristen, die unser Land mit Kreuzfahrtschiffen besuchen, begeben sich aber auch in Richtung Gent oder Brüssel bzw. Antwerpen, wo auch solche Ozeanriesen festmachen.