Glasmalerei aus Brügge in die Liste der flämischen „Spitzenwerke“ aufgenommen

Einige kleine Glasmalereien aus Brügge sind jetzt in die Liste der flämischen „Spitzenwerke“ aufgenommen worden. Dabei handelt es sich auch um Werke, die aus dem Brügger Rathaus stammen. Die Glasmalereien stammen aus dem frühen und dem späten 15. Jahrhundert, sowie aus dem 18. Jahrhundert. Die Qualität dieser Stücke ist nach Ansicht von Fachleuten einmalig.

Intakte Werke von solch hoher Qualität aus dem 15. Jahrhundert sind auch im belgischen Bundesland Flandern eine Seltenheit. Vermutlich hat ein Künstler aus Brügge, ein Glasmaler oder ein Glaser, diese kleinen Werke geschaffen.

Möglicherweise war das auf dem oberen Foto zu sehende Werk, das zu einer ganzen Reihe ab sofort geschützter Stücke gehört, ein Teil eines Glasfensters aus dem Rathaus von Brügge.

Die beiden unter diesem Beitrag zu sehenden Stücke sind zwei in Glasrahmen eingefasste Abbildungen des Heiligen Joris und des Erzengels Michael, die von Ende des 15. Jahrhunderts stammen. Sie könnten nach Ansicht von Fachleuten aus den Fenstern der Sankt-Lukas-Gilde in der Zilverstraat in Brügge stammen.

Zu dem ab 2019 unter besonderem Schutz gestellten Werken gehört auch die Meisterprüfung eines Handwerkers aus dem 18. Jahrhundert. Alle dieser Werke gehörten zur Sammlung des runderneuerten und wiedereröffneten Gruuthusemuseums von Brügge.

Flämische „Spitzenwerke“?

Der so genannte „Spitzenwerke-Fonds“ des flämischen Kulturministeriums sieht den „potentiellen“ Ankauf von für das hiesige Kulturerbe relevanten Kunstwerken bzw. der Restauration solcher Stücke vor und verfügt dabei jährlich über Mittel, die zwischen 500.000 oder 600.000 € liegen.

Derzeit sind auf der flämischen Liste für seltene oder unverzichtbare Spitzenwerke 500 Stücke aufgelistet. Diese Werke dürfen das belgische Bundesland Flandern im Prinzip auch nicht verlassen, es sei denn, sie werden für international wichtige Ausstellungen benötigt. Zum Verkauf stehen diese Stücke auf keinen Fall.