AP2012

Streik bei Ryanair: Fast alle belgischen Mitarbeiter legen die Arbeit nieder

Beim irischen Billigflieger Ryanair hat am Mittwochmorgen der europäische 48-Stundensteik begonnen. Neben Belgien sind davon auch die Standorte in Spanien, Portugal und Italien betroffen. Das Bordpersonal der Low-Cost-Airline fordert bessere soziale und bessere Arbeits-Bedingungen. Ryanair setzt offenbar in Belgien Mitarbeiter aus Polen ein, um die Streikenden zu ersetzen. Dies allerdings könnte in unserem Land illegal sein.

Nach Angaben der Gewerkschaften beteiligten sich mehr als 80 % aller Ryanair-Mitarbeiter, die zum belgischen Bordpersonal gehören. Rund 300 Flüge in den bestreikten Ländern fallen am Mittwoch und am Donnerstag aus, doch einige Flüge starten trotzdem.

So hob am Mittwochmorgen eine Maschine von Brüssel nach Lissabon ab, die mit Personal besetzt war, das nicht streikt. Auch die Flüge von Brüssel nach Berlin sollen wie geplant starten. Hier sind die Maschinen mit deutschem Personal besetzt, denn die deutschen Ryanair-Standorte werden nicht bestreikt.

Polnische Kollegen im Einsatz?

Laut einigen Presseberichten und nach Angaben der Gewerkschaften soll Ryanair 25 Mitarbeiter aus Polen nach Belgien gebracht haben, um streikende Kollegen zu ersetzen. Noch dazu soll es sich bei diesen Mitarbeitern nicht um Ryanair-Personal handeln, sondern um Beschäftigte eines Subunternehmers. Dies, so die Gewerkschaften, verstoße gegen belgisches Recht und gegen internationale Absprachen.

Die belgischen Gewerkschaften fordern, dass die hiesigen Ryanair-Mitarbeiter unter das belgische Arbeitsrecht fallen. Derzeit sind sie nach irischem Recht beschäftigt. Hier sind die Regeln offenbar wesentlich weniger strikt.

Doch zwischen den Arbeitnehmern und Ryanair herrscht Funkstille. Die Bosse des irischen Billigfliegers reden nicht mal mit den Gewerkschaften. So blieb den Gewerkschaften auch nichts anderes üblich, als nach verstrichenem Ultimatum in diesen Ferientagen streiken. In Belgien sind davon rund 24.000 Fluggäste betroffen.