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Die Belgier haben während der Fußball-WM massiv gezockt

Während den Spielen der Roten Teufel bei der Fußball-WM in Russland sind Millionensummen in Belgien verwettet worden. Insgesamt haben rund 302.000 Spieler fast 340 Mio. € gesetzt. Vor allem wurde während der einzelnen Spiele online gezockt. Nach Angaben der Glücksspiel-Kommission haben sich viele Spieler im Zuge der WM zum ersten Mal registrieren lassen.

Die Zahlen sprechen für sich: 302.000 einzelne Spieler setzten insgesamt fast 340 Mio. € auf Spiele der belgischen Nationalmannschaft im Zuge der Fußball-Weltmeisterschaft in Belgien. Und etwa 150.000 Spieler trugen sich währenddessen neu in die Listen der registrierten Wettspieler ein. Vor allem während dem Spiel Belgien gegen Panama schnellten die Zahlen nach oben. Genau 9.341 neue Spieler meldeten sich neu an und rund 123.000 Spieler wetteten Geld vor oder während der Partie.

Während der WM wurde mehrheitlich online gezockt und im Internet wurden höhere Summen gesetzt (21 € pro Wette), als im Durchschnitt in den Wettbüros oder in den Zeitungsläden im Land (13 € pro Wette). Die höchsten Summen wurden während der Partie Belgien gegen Tunesien gesetzt: 8,6 Mio. € online und 4,8 Mio. € in Wettbüros oder Zeitungsläden. Alleine Onlinezockern wurde am Tag danach rund 10,2 Mio. € Gewinnsumme ausgezahlt, was am gleichen Tag für neue Wetten mit weiteren gesetzten 9,2 Mio. € sorgte.

Vor allem junge Leute werden angesprochen

Sportwetten sind in Belgien nach Statistiken der Glückspielkommission vor allem in der Altersklasse der 21 bis 29 Jahre alten Männer beliebt. Frauen und über 60Jährige seien hier „unterrepräsentiert“, so die Angaben.

Die Tatsache, dass sich vor allem jüngere und junge Leute von Sportwetten angezogen fühlen, lässt hierzulande die Sorge vor Spielsucht steigen. Die belgische Glückspiel-Kommission warnte mit einer Kampagne vor der Spielsucht, bedauerte aber, dass der belgische Fußballverband KBVB oder die Roten Teufel an der Aktion „FC Losers“ nicht teilnehmen wollten. Das liegt wohl daran, dass der Verband und auch einzelne Spieler an der Werbung für Sport- und Fußballwetten gut mitverdienen… 

„Alles ist möglich“

Sogar der Hohe Gesundheitsrat in Belgien schaltete sich in die Diskussion ein. Hier bemängelt man, dass Spieler, die sie sich offiziell haben registrieren lassen, ihrem Schicksal überlassen werden. Viele von ihnen werden das Zocken dann nicht mehr los und werden vor allem im Internet von entsprechenden Angeboten überrollt. Der Hohe Gesundheitsrat bedauert denn auch, dass gerade in diesem Bereich in Belgien „online alles möglich ist.“