Alle zwei Stunden passiert in Belgien ein Unfall mit Fahrerflucht

Nach Angaben des belgischen Instituts für Verkehrssicherheit (VIAS) flüchtet in unserem Land etwa alle zwei Stunden ein Unfallverursacher nach einem Unglück mit Personenschaden. Bei VIAS wurde festgestellt, dass die seit Jahresanfang drastisch erhöhten Strafen für Fahrerflucht kaum Wirkung zeigen. Die Zahl der Fälle von Fahrerflucht sind statistisch gesehen seit 10 Jahren gesunken, bleiben aber besorgniserregend hoch.

Im vergangenen Jahr wurden in Belgien insgesamt rund 4.900 Unfälle mit Personenschaden (Verletzte oder Tote) registriert, bei denen Fahrerflucht verübt wurde. Im Vergleich mit 2007 ist die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden um 5 % gesunken, doch da die Gesamtzahl der Unfälle seit dem um 22 % zurückgegangen ist, liegt die Zahl der Fahrerfluchten im Vergleich höher als damals.

Vor 10 Jahren wurde bei 9 % der Verkehrsunfälle in Belgien mit Personenschaden Fahrerflucht begangen. Letztes Jahr lag dieser Wert bei 11 %. Betroffen sind in den letzten Jahren deutlich häufiger Fußgänger und Radfahrer. 2017 waren 54 % aller bei Unfällen mit Fahrerflucht ums Leben gekommenen Personen Fußgänger und etwa jeder Fünfte war mit dem Rad unterwegs.

Viele Gründe für Fahrerflucht

Aus einer Analyse der Profile von 850 Autofahrern, die nach Fahrerflucht vor Gericht erscheinen mussten, stellte VIAS fest, dass die meisten von ihnen Männer waren (85 %) und dass rund die Hälfte von ihnen jünger als 25 Jahre alt waren. Als die häufigsten Gründe für ihre Fahrerflucht nannten die Angeklagten Alkohol oder Drogen am Steuer oder das Fehlen eines Führerscheins.

Nicht selten hatten die vom Unfallort geflüchteten Fahrer auch keine Versicherung für ihr Fahrzeug. Auch der Verlust von Ansehen oder ein schlechter Ruf waren Gründe für Fahrerflucht. Aus den entsprechenden Justizakten ist zudem ersichtlich, dass den meisten vom Unfallort geflohenen Fahrern jegliche Empathie mit ihren Opfern oder Einsicht fehlten. 

Sind harte Strafen wirkungslos?

Das belgische Institut für Verkehrssicherheit zeigt sich angesichts der Zahlen und Statistiken sowie der aktuellen Zahlen aus dem laufenden Jahr nicht besonders überzeugt davon, dass harte Strafen für Fahrerflucht, die Mitte Februar 2018 noch einmal nach oben korrigiert wurden, tatsächlich Wirkung haben.

Die Tatsache allerdings, dass die Chance, nach Fahrerflucht erwischt zu werden, größer ist, denn je, sorge schon für ein Umdenken. Da Polizei und Justiz immer häufiger Alkohol- und Geschwindigkeitskontrollen durchführen, lässt besonders die jüngeren Autofahrer heute zweimal nachdenken, ob sie sich ans Steuer ihres Autos setzen, wenn sie getrunken haben…