Christophe Ketels / COMPAGNIE GAGARINE

320 belgische Ärzte machen in diesem Jahr keinen Urlaub

Jedes Jahr fliegen rund 320 unbezahlte ehrenamtliche Mitarbeiter von "Ärzte ohne Urlaub" zu Partnerkrankenhäusern nach Afrika, um dort zu helfen. Insgesamt handelt es sich um rund 150 Missionen im Jahr. Das hat "Ärzte ohne Urlaub" bekannt gegeben.

Mit "Ärzte ohne Urlaub" wurde 1981 begonnen, als die flämischen Ärzte Frans De Weer und Johan Mattelaer nach Kamerun gingen, um dort medizinische Hilfe zu leisten. Beide Ärzte waren ein Jahr zuvor in ihren Ferien dort gewesen und die große Not an medizinischer Hilfe, die in dem Land herrscht, ist ihnen nicht mehr aus dem Kopf gegangen.

"Wir organisieren inzwischen jedes Jahr verschiedene Missionen sowie Aus- und Fortbildungen in unseren Partnerkrankenhäusern in Subsahara-Afrika. Wir stellen medizinische, paramedizinische und technische Fachkräfte zur Verfügung, um gemeinsam mit diesen Kollegen vor Ort Wissen auszutauschen", sagt die AZV("Ärzte ohne Urlaub")-Direktorin Inge Weber.

Bei den Partnern handelt es sich um rund vierzig Krankenhäuser und Versorgungszentren in fünf afrikanischen Ländern mit einem sehr niedrigen Entwicklungsindex. Diese Länder sind Kongo, Burkina Faso, Burundi, Benin und Ruanda. "Ärzte ohne Urlaub" entsendet multidisziplinäre Teams aus ehrenamtlichen Helfern in diese Länder. Sie sollen während ihres Aufenthaltes auch Kenntnisse und Erfahrungen mit ihren afrikanischen Kollegen vor Ort austauschen. So leisten sie zum Beispiel Hilfe am Operationstisch und am Krankenbett.

Von den 320 Ärzten, die "Ärzte ohne Urlaub" jährlich dorthin entsendet, sind 45 Prozent Fachärzte wie Gynäkologen, Chirurgen, Orthopäden, Kinderärzte, Radiologen, Anästhesisten und Psychiater. Die übrigen 55 Prozent sind Paramediziner und Techniker wie Krankenschwestern, Hebammen, Laboranten, Krankengymnasten und Ergotherapeuten.

"Ärzte ohne Urlaub" hat zudem 15 feste Mitarbeiter und 45 ehrenamtliche Mitarbeiter in der Zentrale in Mechelen.

"Alle Ärzte und sämtliches Fachpersonal nehmen kostenlos an den Missionen teil", betont noch die Sprecherin Veerle Symoens. "Auch in der Zentrale wird ein Maximum an administrativen Arbeiten von ehrenamtlichen Mitarbeitern erledigt. Wir werden zwar bezuschusst, aber wir sind auf Spenden unserer 22.000 Sympathisanten angewiesen."