Fall Mawda: "Sollte der verhaftete Mann der Fahrer des Busses sein, ist er für den Tod von Mawda mitverantwortlich"

In England ist ein Mann verhaftet worden, der vermutlich der Fahrer des Kleinbusses war, in dem die 2-jährige Mawda erschossen wurde. Seine DNA stimmt jedenfalls mit Proben überein, die die Ermittler in dem Bus nehmen konnten. Sollte sich herausstellen, dass der Mann tatsächlich der Chauffeur war, wird er von der Staatsanwaltschaft für den Tod des Kindes mitverantwortlich gemacht.

"Wäre er nicht so gefährlich gefahren, hätte die Polizei nicht geschossen", sagte der Generalstaatsanwalt von Mons gegenüber den VRT Nachrichten.

Mawda war am 17. Mai durch eine Polizeikogel gestorben. Sie saß in einem Bus mit Flüchtlingen und Migranten, die vor der Polizei flüchteten.

In der Nähe von Namur war das Fahrzeug einer Polizei-Patrouille aufgefallen, die die Verfolgung aufnahm. Der Fahrer hatte wohl um keinen Preis anhalten wollen und vollzog gefährliche Manöver. Die Verfolgungsjagd hatte eine Weile gedauert, bis die Polizei einen Schuss löste, der das Kleinkind tödlich traf. Die Polizei hatte offenbar auf die Reifen des Kleinbusses zielen wollen. Kurz nach dem Zwischenfall wurde das Fahrzeug gestoppt. Der Fahrer hatte sich sogleich unter die Flüchtlinge gemischt, so dass es für die Fahnder unmöglich war, herauszufinden, wer am Steuer gesessen hatte. Keiner der Insassen konnte oder wollte den Fahrer verraten - wahrscheinlich aus Angst vor den Menschenhändlern.

Die Polizei war deshalb gezwungen, alle Personen frei zu lassen. Inzwischen ist den Ermittlern gelungen, DNA-Proben im Bus zu entnehmen.

Letzten Mittwoch wurde in England ein Mann festgenommen, dessen DNA mit der DNA, die am Lenkrad und auf der Gangschaltung des Busses gefunden wurde, übereinstimmt. "Belgien will die Auslieferung des Mannes. Der Mann muss uns erklären, was seine DNA auf dem Lenkrad macht", so Ignacio de la Serna von der Staatsanwaltschaft von Mons.

Sollte der Mann der Buschauffeur sein, wird er für den Tod von Mawda mitverantwortlich gemacht. "Die Polizei hätte nicht geschossen, wenn der Fahrer angehalten, die Befehle der Polizei befolgt hätte und nicht so gefährlich gefahren wäre“, so die Staatsanwaltschaft.

Der festgenommene Mann riskiert eine Verurteilung wegen gefährlichen Fahrverhaltens, bewaffneten Widerstands und Menschenschmuggels.