Flämische Regierung unterstützt Restaurierung der Kaserne Dossin

Flanderns Ministerpräsident Geert Bourgeois (N-VA), der auch zuständig für das Kulturerbe ist, macht für die Restaurierung der Kaserne Dossin in Mechelen (Foto - Prov. Antwerpen) rund 465.000 € frei. Diese Mittel dienen in erster Linie zur Reparatur des Daches dieses historisch bedeutenden Gebäudes, das vor allem während der deutschen Besetzung im Zweiten Weltkrieg eine Rolle spielte.

Das Dach der Kaserne Dossin ist in schlechtem Zustand und braucht dringend eine Renovierung. Erschwerend kommt noch hinzu, dass Teile des Daches asbesthaltig sind und dass auch die hölzerne Struktur morsch wird. Im Zuge der Restaurierung kommen auch neue Fenster hinzu, die in ihrer Form und in ihrem Material dem historischen Zustand entsprechen sollen, wie beim Bau Mitte des 18. Jahrhunderts. Derzeit zieren verschiedene Fenster aus unterschiedlichen Perioden den Bau…

Heute befinden sich in der Kaserne Dossin in Mechelen einige Wohnungen und das städtische Archiv. Im Vorflügel des Gebäudes befindet sich die Gedenkstätte für die Opfer des Holocaust, die von dort aus in die Vernichtungslager der Nazis gebracht wurden.

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Die dunklen Jahre

In den Jahren 1942 bis 1944 befand sich in dieser Kaserne eine Sammelstelle für vor allem Juden und Zigeuner aus Belgien, die von dort aus in die KZs transportiert wurden. Rund 26.000 Menschen traten von der Kaserne Dossin aus ihre sprichwörtlich letzte Reise an, denn kaum jemand von den Menschen, die von Mechelen aus deportiert wurden, überlebte den Holocaust. Einer der allerletzten Menschen, die dieses Schicksal erlitten, war der deutsch-jüdische Maler Felix Nussbaum, der sich in Brüssel verstecken konnte. Doch er wurde denunziert…

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Nach dem Krieg

Im Zeitraum 1948 bis 1977 diente die Kaserne Dossin als Militärschule, um danach, etwa 1980, zu Wohneinheiten umgebaut zu werden, bzw. um dem städtischen Archiv von Mechelen ein Zuhause zu bieten. Damals wurde die Kaserne Dossin offiziell umbenannt und heißt seitdem „Hof von Habsburg“. Seit 1995 befindet sich neben der Gedenkstätte für die Holocaust-Opfer dort auch das „Jüdische Museum für Deportation und Widerstand“, dass 2012 durch einen modernen Neubau gegenüber ergänzt wurde. 

Aus der österreichischen Zeit

Die österreichische Kaiserin Maria Theresia gab 1756 den Auftrag zum Bau dieser Kaserne, denn sie wollte den Soldaten ihres Landes, die in den damaligen „Niederen Landen“ ihren Dienst verrichten mussten, ein vernünftiges Dach über dem Kopf bieten. Die strenge architektonische Linie, vier Flügel, die einen Platz umgeben, erinnert denn auch sehr stark an den „Wiener Klassizismus.“ Nach der Zeit der Österreicher wurde dieses Gebäude von Soldaten aus den verschiedensten Ländern und Zeiten bevölkert, um als Waffenlager der jungen Armee unseres Landes endgültig „belgisch“ zu werden.