AP2012

Belgiens Ryanair-Piloten streiken am 10. August erneut

Der Sozialkonflikt beim irischen Billigflieger Ryanair geht in eine neue Runde. Die belgischen Piloten der Airline haben am Mittwoch angekündigt, am 10. August erneut die Arbeit niederzulegen. Ihnen folgen auch die Ryanair-Kollegen aus Schweden. Die belgischen Pilotengewerkschaften rufen auch die Kollegen aus anderen Ryanair-Ländern dazu auf, sich ihnen anzuschließen.

Das belgische Kabinenpersonal von Ryanair hatte bereits am 25. und am 26. Juli gemeinsam mit den Kollegen aus Italien, Spanien und Portugal für bessere Arbeitsbedingungen und eine bessere Bezahlung gestreikt. Dabei musste Ryanair dutzende Flüge streichen, wovon tausende Flugreisende mitten in der Urlaubssaison betroffen waren.

Danach war abgemacht worden, bis zum 15. August auf ein Gesprächs- und Verhandlungsangebot von Ryanair-Chef Michael O’Leary (Foto unten) zu warten, doch dieser reagierte mit verbalen Drohgebärden und mit einem Rundschreiben an die Streikenden und warnte vor Entlassungen und vor dem Ende von Aufstiegsmöglichleiten und Gehaltserhöhungen.

Damit brachte er die Piloten und die Gewerkschaften sowie auch die belgische Bundesregierung und die EU-Kommission gegen sich auf. Zudem kündigte er an, Standorte zu schließen und Flugzeuge zu verlegen, z.B. nach Polen.

Bringt O’Leary sein Personal gegen sich auf?

Die Gewerkschaften wollen den Stichtag 15. August danach nicht mehr abwarten und hinterlegten eine Streikankündigung für den 10. August. Nach Ansicht der Gewerkschaften hat die Reaktion O’Learys weiter Öl auf die Bosheit und die Enttäuschung der Piloten gegossen.

Dem neuerlichen Streikaufruf der belgischen Ryanair-Piloten schlossen sich die Kollegen aus Schweden an. Derzeit werden Gespräche auch mit anderen Ryanair-Standorten geführt, z.B. mit den deutschen Kollegen. Dort hatten die Piloten zu 97 % in einer Urabstimmung einem Streik zugestimmt. Sie wollten dort bis zum 6. August auf eine Reaktion der Airline warten, um am 8. August darauf zu reagieren… 

Europäische Dimension?

Das bedeutet, dass im Falle einer europäischen Dimension der Ryanair-Flugplan am 10. August auf dem gesamten West- und Südeuropäischen Netz bestreikt werden könnte. Die flämische Tageszeitung De Morgen schrieb am Mittwoch dazu: „Wendepunkt für Ryanair?“ Das Blatt meldet zudem, dass sich inzwischen auch Fluggastverbände dazu entschließen wollen, den irischen Billigflieger zu boykottieren.

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