Nicolas Maeterlinck

Kanalzone Brüssel: Tausende aus den Bevölkerungslisten gestrichen

Im vergangenen Jahr haben die Behörden den sogenannten „Kanalplan“ umgesetzt und entlang des Kanals von Brüssel bis hin nach Vilvoorde in Flämisch-Brabant Wohnungen kontrolliert. Dabei wurde der Frage nachgegangen, wer hier wohnt, wer hier angemeldet ist und wer sich hier möglicherweise illegal oder zumindest unangemeldet aufhält. 

2017 haben die Polizei und die lokalen Behörden entlang des Brüsseler Kanals in acht Gemeinden in der Region Brüssel-Hauptstadt und im benachbarten Vilvoorde in der Provinz Flämisch-Brabant pro Tag etwa 260 Adressen kontrolliert. Insgesamt wurden 94.809 Wohnungskontrollen durchgeführt, wie die flämische Wirtschaftszeitung De Tijd in ihrer Mittwochsausgabe meldete.

Ziel dieser Aktion im Rahmen des „Kanalplans“ von Bundesinnenminister Jan Jambon (NVA) war herzauszufinden, wer da so alles wohnt und wer möglicherweise mit fiktiven Adressen Sozialbetrug begeht. 

Rund 8.000 Streichungen

Nach den Kontrollen wurden rund 8.000 sich dort aufhaltende Bewohner aus den Bevölkerungsregistern gestrichen, weil sie mit ihren Anmeldungen nicht in Ordnung waren. Die meisten Kontrollen mit den meisten Streichungen aus den Bevölkerungsregistern fanden in der Brüsseler Kommune Anderlecht statt. Dort überprüfte die Polizei fast genau 25.000 Wohnungen und schlug den Behörden in 2.652 Fällen vor, bestimmte Personen aus den Listen zu streichen.

Der sogenannte „Kanalplan“ wurde von der belgischen Bundesregierung nicht zuletzt ins Leben gerufen, nachdem bekannt wurde, dass sich islamistische Terroristen, die mit den Anschlägen von Paris im November 2015 und von Brüssel im März 2016 in Verbindung gebracht wurden, in den Stadtteilen rund um den Kanal vor Behörden und Polizei verstecken konnten.