Flandern erkannte 2017 eine Rekordzahl an ausländischen Diplomen an

Im belgischen Bundesland Flandern sind im vergangenen Jahr 3.231 ausländische Diplome anerkannt worden, die Landesbildungsministerin Hilde Crevits (CD&V) nach einer parlamentarischen Anfrage angab. Damit hat sich die Zahl der hier akzeptierten Abschlüsse im Laufe von nur zwei Jahren mehr oder wenig verdoppelt. 

Der christdemokratische Abgeordnete Robrecht Bothuyne (CD&V), der entsprechendes Zahlenmaterial von Ministerin Crevits angefordert hatte, zeigte sich danach positiv überrascht: „Die steigende Anzahl anerkannte ausländische Diplome ist für unseren Arbeitsmarkt eine gute Sache, denn die Arbeitgeber suchen händeringend nach qualifiziertem Personal.“

Ein Grund für die steigende Zahl der anerkannten ausländischen Diplome ist der Anteil an Flüchtlingen, die ihre Abschlüsse aus ihren Heimatländern hier einbringen. 2015 lag deren Anteil bei den entsprechenden Anträgen noch bei 13 %. Heute liegt er bei schon 24 %, wie die flämische Tageszeitung De Morgen dazu meldet.

Noch immer ein Problem stellt das langwierige Anerkennungsverfahren für ausländische Diplome hier in Flandern. 2017 dauerte ein solches Verfahren rund 165 Tage. Das sind 45 Tage mehr als der gesetzliche Rahmen vorschreibt. Der entsprechende Rat, der sich damit beschäftigt, ist sowohl unterbesetzt, als auch unterfinanziert, so De Morgen. Das ist der Landesregierung hinlänglich bekannt.

Bothuyne schlägt vor, die Anerkennung von Diplomen von Flüchtlingen rascher zu bearbeiten. Derzeit können die Betroffenen ihren Antrag erst dann stellen, wenn sie ihr Statut als Flüchtling in Belgien offiziell erhalten haben, doch schon vorher könnte in dieser Hinsicht „wertvolle Vorarbeit“ geleistet werden, so der flämische Christdemokrat.