Kurt Desplenter

In Zeebrügge steigt die Zahl der Transmigranten

Der Bürgermeister von Brügge, wo auch die Hafenstadt Zeebrügge gehört, bittet die belgische Bundespolizei um mehr Unterstützung gegen in letzter Zeit wieder häufiger auftauchenden Transmigranten. Diese versuchen über Schiffe, die in Zeebrügge auslaufen, auf die britischen Inseln zu gelangen. Im vergangenen Monat wurden hunderte Migranten rund um das Hafenareal von der Polizei festgenommen.

Im vergangenen Monat Juli griffen die lokale Polizei, die berittene Polizei und die Schifffahrtspolizei rund um Zeebrügge 328 Transmigranten auf. Das waren fast doppelt so viele, wie im Juni. Brügges Bürgermeister Renaat Landuyt (SP.A) läutet die Alarmglocken: „Wir bekommen zwei zusätzliche Polizisten zu Pferd, doch mehr hören wir von der Bundespolizei nicht. Währenddessen läuft die Schifffahrtspolizei auf den Zahnfleisch.“

Etwa alle zwei Wochen findet im Hafengebiet von Zeebrügge eine große Kontrollaktion an, bei der jedes Mal dutzende illegale Einwanderer, die auf dem Weg nach Großbritannien sind, mitgenommen werden. Doch die geschlossenen Auffangzentren für diese Leute sind bereits überfüllt: „Wir haben auch schon zu wenig Platz für die, die abgeschoben werden müssen und können diese nicht lange festhalten. Ich bitte deshalb auch hier um mehr Plätze.“

Stets mehr Aggressivität bei den Transmigranten

Polizei und Hafenbehörden stellen fest, dass die Transmigranten immer aggressiver vorgehen und dass sie alles riskieren, um an Bord eines Schiffes zu gelangen. Sie klettern über Taue an Bord oder springen von Brücken auf Frachter, ohne zu wissen, wo diese wirklich hinfahren. Auch die Versuche auf Ladeflächen von Lastwagen zu gelangen, würden immer dreister, so die Beobachtungen. LKW-Fahrer berichten von regelrechten Bedrohungen durch die Illegalen.

Anwohner berichten, dass die Zahl von Transmigranten auch im Ort von Zeebrügge steige. Und Geschäftsleute und Cafébetreiber werden immer häufiger angesprochen. Man bittet sie um Geld oder Zigaretten und mehr. Einige Leute aus Zeebrügge sind mehr und mehr verängstigt und trauen sich abends kaum noch aus dem Haus. Doch sowohl die Entschlossenheit dieser zumeist zwischen 18 und 25 Jahre alten Afrikaner, als auch die Hoffnungslosigkeit dieser Menschen machen die Anwohner betroffen, wie einige flämische Tageszeitungen berichten. 

Der Innenminister reagiert

Bundesinnenminister Jan Jambon (N-VA) teilte dazu mit, dass zusätzliche Polizisten bereits am Anfang des Sommers nach Zeebrügge entsendet wurden. Falls dies nicht ausreiche, so Jambon brieflich, dann müsse die lokale Polizei von Brügge weitere Unterstützung beim Innenministerium beantragen. Dies sei zur Zeit noch nicht geschehen.