Jasper Jacobs

Prinz Laurent zieht gegen Libyen vor Luxemburger Gericht

Der frühere Verein ohne Erwerbszweck GSDT von Prinz Laurent zieht gegen den libyschen Staat vor einen Luxemburger Richter. Der Verein hat durch ein abgebrochenes Bewaldungsprojekt in Libyen viel Geld verloren. Die GSDT des Prinzen fordert rund 50 Millionen Euro Schadensersatz.

Der ehemalige Verein ohne Erwerbszweck GSDT (Global Sustainable Development Trust) von Prinz Laurent fordert vom libyschen Staat 50 Millionen Euro Schadensersatz und zieht aus diesem Grund vor ein Luxemburger Gericht. Der Verein hofft, bei der britischen Bank HSBC in Luxemburg libysches Vermögen beschlagnahmen zu können. Das melden mehrere Zeitungen in Belgien. 

2008 investierte GSDT 70 Millionen Euro in ein Bewaldungs-Projekt zur Bekämpfung der zunehmenden Wüstenbildung in Libyen. Doch zwei Jahre später lösten die Libyer den Vertrag einseitig auf. Damit war auch das Geld der Investitionen verloren.

Ein Konkursverwalter kümmerte sich 2011 um den Verein. Seither versucht er das verloren gegangene Geld zurückzufordern. Libyen wurde 2014 von einem Brüsseler Gericht zu rund 50 Millionen Euro verurteilt. Doch das Land, das nach dem Tod von Machthaber Gaddafi in Chaos verfiel, weigert sich, das Geld zu bezahlen.

Der Brüsseler Untersuchungsrichter Michel Clause erhob daraufhin Anspruch auf Finanzen Gaddafis in Belgien, die 2011 durch die Vereinten Nationen eingefroren wurden. Die UN wollen vermeiden, dass das Geld in die Hände der Familie Gaddafi fällt. Es soll zum Wiederaufbau des Landes verwendet werden, sobald das Land eine stabile Regierung hat. Es handelt sich um 15 Milliarden Euro, wobei der größte Teil bei der Bank Euroclear gelagert ist. Die Bank weigert sich wiederum das Geld für den Verein des Prinzen freizugeben.

Nun scheint, als sei auch gar nicht alles Geld eingefroren. Die Zinsen, die das Riesenkapital einbringen, fließen bis dato auf ein Konto der britischen Bank HSBC in Luxemburg, das auf den Namen eines libyschen Fonds läuft. Niemand weiß jedoch, wer Zugang zu dem Geld hat und wohin die schätzungsweise 300 Millionen Euro Zinsen jedes Jahr fließen. Aus diesem Grund weicht der frühere Verein ohne Erwerbszweck von Laurent mit seinem Anliegen nach Luxemburg aus.