Belga

Umicor-Chef will Pfand auf Smartphones

Marc Grynberg, der Chef des belgischen Materialtechnologie- und Recyclingkonzerns Umicore, stellt vor, 15 Euro Pfand auf Smartphones zu erheben. Er hofft, dass dadurch teure Materialien wie Gold, Silber und Palladium leichter den Weg zur Wiederverwertung finden. Aus der Batterie kann zum Beispiel Kobalt, Nickel, Kupfer und Lithium zurückgewonnen werden.

„Wenn wir auch in Zukunft noch über ausreichende Rohstoffe verfügen wollen, um Elektrogegenstände und Batterien für Elektroautos zu produzieren, müssen wir in großem Maße recyceln“, wird Grynberg, der in seiner Fabrik in Hoboken Elektroschrort recycelt, in der Zeitung De Tijd zitiert.

Grynberg schätzt den Materialwert alter Smartphones, Tablets, Photoapparate, Batterien und anderer Gegenstände, die zu Hause unbenutzt herumliegen, auf 10 bis 15 Milliarden Euro. "Diese teuren Materialen müssen wir so weit möglich wiederverwerten", so der Umicore-Chef.

Jedes Jahr werden über 2 Milliarden Smartphones und Tablets verkauft. Nur 2 - 3 Prozent wird recycelt. Belgien schneidet etwas über dem Durchschnitt ab (5%), doch auch hier liegen Millionen ausrangierte Elektrogegenstände in den Schubladen. Es wird davon ausgegangen, dass eine westliche Familie im Durchschnitt 4 – 5 ausgediente Smartphones zu Hause herumliegen hat.

Über Sammelpunkte von Recupel kann man in Belgien in Containerparks, Supermärkten und Heimwerkerläden alte Elektrogeräte abgeben. Doch die Regierung könne noch mehr tun, um die Menschen zur Abgabe ihres Elektroschrotts zu bewegen, heißt es bei Umicore. Unsere Gesellschaft könne es sich nicht mehr erlauben, wertvolle Metalle und Rohstoffe nicht wiederzuverwerten.

Auch das Elektroauto droht Rohstoffprobleme zu verursachen. In diesem Jahr wurden weltweit 2 Mio. Elektrofahrzeuge verkauft. 2025 werden es möglicherweise 15 Mio. sein. Für die Batterien solcher Autos ist beispielsweise viel Kobalt nötig, das vor allem im Kongo gewonnen wird. Noch gibt es davon genug, aber 2025 drohen die ersten Versorgungsengpässe.

"Heute geht ein Drittel der Kobaltproduktion in die Unterhaltungselektronik", sagt Grynberg. "Das meiste hiervon wird nicht wiederverwertet."