Arenda Oomen Fotografie

„Wer seine Telekomrechnung nicht begleichen kann, soll auch keinen Kredit bekommen“

Die flämischen Christdemokraten CD&V, auf flämischer Landes- und auf belgischer Bundesebene Koalitionspartner, machen mit einem bemerkenswerten Gesetzesvorschlag auf die hohe Verschuldung von vielen privaten Haushalten aufmerksam. Sie wollen Personen und Familien, die ihre Telekomrechnungen schon nicht begleichen können, keine Kredite mehr für weitere Anschaffungen gewähren. 

Laut der Belgischen Nationalbank (BNB) ist die Tatsache, dass eine Privatperson oder ein Privathaushalt seine Telefon- und/oder Internetrechnung nicht mehr begleichen kann, ein erstes Indiz dafür, dass größere Kredite für kostenintensive Anschaffungen oder gar für den Erwerb einer Immobilie möglicherweise überhaupt nicht zurückgezahlt werden können.

Die flämischen Christdemokraten der CD&V wollen den Aspekt „Telekomschulden“ deshalb den Regelungen der Zentrale für Kredite für Privatleute (CKP) hinzufügen, um zu verhindern, dass sich hoch verschuldete Menschen und säumige Zahler noch tiefer verschulden.

Leen Dierick, CD&V-Angeordnete im belgischen Bundesparlament, gab dazu an, dass man derzeit überhaupt keine Übersicht über die Telekomschulden der Bürger habe: „Diese Schulden können auf fundamentale Zahlungsschwierigkeiten hinweisen. Die Information über anhaltende Zahlungsrückstände bei Telekomrechnungen sollte als Warnung vor einem Kreditrisiko von Privatleuten dienen.“

Dabei soll, so die christdemokratische Abgeordnete, nicht gleich bei der ersten zu spät bezahlten oder unbeglichenen Rechnung Alarm geschlagen werden. Man wolle auch nicht einzelnen Menschen Schaden zufügen, im Gegenteil: „Es ist vielmehr das Ziel, Leute noch besser vor sich selbst zu schützen. Internet ist ein Basisrecht. Es ist also absolut nicht das Ziel, schwarze Listen zu führen.“