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Alte Handys sind wertvoll und sollen in Belgien eingesammelt werden

Der belgische Industrie- und Technologieverband Agoria wird im kommenden Jahr eine große Sammelaktion für ausgediente Handys und Smartphones organisieren. Diese Geräte enthalten wertvolle Stoffe und Metalle, die andernorts dringend gebraucht werden. Alleine in den Schubladen der Belgier „schlummern“ schätzungsweise rund 2,5 Millionen nicht mehr genutzte Mobiltelefone.

Patrick Van den Bossche von Agoria sagte gegenüber der flämischen Tageszeitung Gazet Van Antwerpen, dass in diesen ausgedienten Geräten seltene Rohstoffe und Edelmetalle wie Gold, Silber, Palladium oder Kobald enthalten sind.

Dies sind Stoffe, die die Technologieindustrie dringend braucht, z.B. im Hinblick auf die anstehende Elektro-Mobilität: „Edelmetalle und Kobalt sind z.B. notwendig, um Batterien für elektrische Autos zu produzieren. Wir wollen durch das Recyceln weniger primäre Rohstoffe gebrauchen.“

Im kommenden Jahr wird Agoria mit mehreren Partnern aus der hiesigen Industrie eine große Einsammel- und Eintauschaktion für solche nicht mehr genutzten Geräte durchführen, doch das wird kein leichtes Unterfangen, so Van den Bossche:

„Viele Faktoren hindern die Leute daran, sich von ihren alten Handys zu verabschieden. Die Menschen erfahren ein Handy als ein Teil ihrer selbst. Da sind noch wichtige Fotos drauf oder SMS-Berichte, die einen hohen persönlichen oder emotionalen Wert haben.“

In der vergangenen Woche hatte Marc Grynberg, CEO des Material- und Rohstoff-Technologiekonzerns Umicore noch für ein „Smartphone-Pfand“ plädiert. Er könne sich ein entsprechendes Pfand von bis zu 15 € vorstellen, so Grynberg gegenüber der flämischen Wirtschaftszeitung De Tijd.

Auch er führt die Tatsache an, dass diese Geräte voller wertvoller Metalle stecken. Dabei führte er Stoffe an, die aus sogenannten „seltenen Erden“, wie Koltan gewonnen werden. Er erinnerte auch an Metalle, wie Kobalt, Nickel, Kupfer und Lithium, die für die Entwicklung der Elektronikindustrie und der Produktion von Elektroautos unabdingbar seien.