Zeltlager entdeckt: 66 Migranten am Rastplatz Jabbeke aufgeflogen

In einem Waldstück ganz in der Nähe des Autobahn-Rastplatzes Jabbeke in der Provinz Westflandern hat die belgische Polizei am Mittwoch 66 Migranten aufgegriffen, die sich ein regelrechtes Zeltlager aufgebaut hatten. Lokal- und Bundespolizei sowie die Stadtverwaltung von Jabbeke gehen davon aus, dass sich wesentlich mehr dieser sogenannten „Transmigranten“ in dem improvisierten Lager aufgehalten haben.

Der Parkplatz von Jabbeke an der E40 zwischen Brügge und Ostende wird immer wieder von Flüchtlingen und Transmigranten genutzt, die von hier aus versuchen, illegal auf den Ladeflächen von Lastwagen in Richtung Nordseehäfen und Großbritannien zu gelangen. Die meisten von ihnen haben den nordfranzösischen Hafen von Calais im Visier. Auch die Menschenschmuggler haben die Parkplätze an der E40 in West- und Ostflandern sowie in Nordfrankreich als Operationsbasen für ihre Tätigkeiten auserkoren.

Auch deshalb fand am Mittwochmorgen eine großangelegte Kontrollaktion statt, an der sowohl die lokale Polizei, als auch die Bundespolizei teilnahm. Das Lager der Illegalen wurde bei einer Verfolgung von einigen Migranten entdeckt. Insgesamt wurden 66 Migranten identifiziert und fotografiert. Sie erhielten die Aufforderung, Belgien unverzüglich zu verlassen und wurden nicht der Ausländerbehörde übergeben.

Bei den Männern handelte es sich in erster Linie um Iraker, Iraner und Sudanesen. Sie hatten sich mit Ästen und Planen Schlafplätze zwischen den Bäumen gebaut und sie versorgten sich mit Essen, dass sie über dem Feuer mit einigen Töpfen und Pfannen kochten. Jabbekes Bürgermeister Daniël Vanhessche (CD&V) geht davon aus, dass sich in diesem improvisierten Lager 80 bis 90 Flüchtlinge aufgehalten haben. Den Gegenständen nach, die dort gefunden wurden, waren wohl auch Kinder darunter.