Belga

Keine Zusatzkosten mehr für Zahlung mit der Bankkarte

Ab dem heutigen Donnerstag dürfen Händler vom Kunden keine Zusatzkosten mehr für die elektronische Zahlung mit der Bankkarte verlangen. Das gleiche gilt für Überweisungen und Lastschriftverfahren. Das Verbot muss auch bei kleinen Beträgen und beim Online-Handel eingehalten werden.

Die Kunden dürfen also mit allen Debitkarten bezahlen, ohne dass der Händler Zusatzkosten verlangen darf. Das gilt für Karten wie Bancontact, Maestro und V-pay, aber auch für Kreditkarten wie Mastercard, Visa, American Express und Diners Club. Das Verbot gilt zudem für sämtliche Überweisungen und Lastschrifteinzüge in der SEPA-Zone, das heißt in der Europäischen Union und in einigen anderen europäischen Ländern wie Island, Norwegen und der Schweiz.  

Es handelt sich um eine europäische Richtlinie, die die föderale Regierung in belgisches Recht umgesetzt hat. Ziel ist, elektronische Zahlungen weiter zu fördern. Das Verbot von Zusatzkosten sorge laut Wirtschaftsminister Kris Peeters für größere Sicherheit sowohl für die Händler als auch für die Verbraucher, da weniger Bargeld zirkuliere. Außerdem mache es der elektronische Zahlungsverkehr leichter, gegen Steuerbetrug vorzugehen, so Peeters.

Das Verbot gilt auch für den Online-Handel. Beim Internetshopping werden häufig administrative Kosten angerechnet. Ein Beispiel ist der Kauf von Veranstaltungstickets. Das ist noch immer möglich, allerdings muss der Verbraucher sämtliche Informationen über diesen Zuschlag erhalten. Wer vermutet, dass doch noch versteckte Kosten berechnet wurden, kann den Händler um weitere Auskünfte bitten oder dies beim Wirtschaftsministerium über meldpunt.belgië.be melden.

Bis heute durften Händler den Kunden, die mit der Bankkarte bezahlten, noch Zusatzkosten anrechnen. Die zusätzlichen Kosten durften aber nicht höher als die Kosten sein, die beim Händler für die Nutzung der Karte anfielen. Gewinne durften die Händler damit nicht machen.

Den Händlern ist allerdings noch immer erlaubt, Zahlungen mit der Karte zu verweigern und auf Bargeld zu bestehen, wenn es sich um sehr geringe Beträge handelt. Darüber müssen die Kunden im Vorfeld deutlich informiert werden.

Barzahlungen dürfen nicht verweigert werden. Der Händler darf vom Kunden also nicht verlangen, ausschließlich mit der Bankkarte zu zahlen. Allerdings können Barzahlungen auf bis zu 3.000 Euro begrenzt werden. Ein Händler darf für die Zahlung mit elektronischer Karte werben, indem er zum Beispiel Rabatte an diejenigen vergibt, die mit der Karte zahlen wollen.

Die Wirtschaftsinspektion hat Kontrollen angekündigt, mit denen die Einhaltung der Vorgaben überprüft werden soll. Händler, die sich nicht an die Vorschriften halten, riskieren eine Geldstrafe.