BELGA

Verurteilter an Morden belgischer Fallschirmspringer in Kigali will Asyl in Belgien

Der aus Ruanda stammende Bernard Ntuyahaga, der 2007 von einem Geschworenengericht wegen seiner Beteiligung 1994 in Kigali am Mord an 10 belgischen Fallschirmspringern zu 20 Jahren Haft verurteilt wurde, hat nach seiner Freilassung aus dem Gefängnis Asyl in Belgien beantragt. Das hat der Staatssekretär für Asyl und Migration, Theo Francken (N-VA), an diesem Donnerstag auf Twitter bestätigt.

Ntuyahaga hat seine Gefängnisstrafe ausgesessen und befindet sich derzeit in einem geschlossenen Zentrum in Belgien, von dem aus er zurückgeschickt werden soll.

Am Dienstag und Mittwoch hatte bereits das Gerücht die Runde gemacht, dass Ntuyahaga auf freiem Fuß sei und einen Asylantrag gestellt habe. Die Freilassung wurde bestätigt, aber zu einem möglichen Asylantrag wollte das Generalkommissariat für Flüchtlinge und Staatenlose, das über einen solchen Antrag entscheidet, aus Privacy-Gründen nichts sagen.

Staatssekretär Francken meldet jetzt, dass Ntuyahaga tatsächlich einen Antrag auf Asyl eingereicht habe und in einem geschlossenen Zentrum sitze, von dem aus er zurückkehren solle. Francken reagiert damit auf einen Tweet der rechtsextremen Oppositionspartei Vlaams Belang, die am Mittwoch als erste über den Fall berichtete und nun Francken und den Justizminister, Koen Geens (CD&V) zur Verantwortung ziehen will. "Dieser Mörder verdient jedenfalls keine zweite Chance", hieß es.

"Fakenews", reagiert Francken. "Asyl beantragen darf jeder, das heißt aber noch lange nicht, dass er auch Asyl bekommt”, betont der Staatssekretär im Hinblick auf Ntuyahaga.