Hitze und Trockenheit: The Guardian sorgt sich um die belgischen Fritten

Nach Ansicht der britischen Tageszeitung The Guardian ist die Fritte, das nationale belgische Symbol schlechthin, bedroht. Schuld daran soll die anhaltende Trockenheit haben. Das Blatt sprach darüber mit einem Vertreter von Belgapom, dem Berufsverband der belgischen Frittenbuden-Betreibern. 

Durch die anhaltende Hitze und die damit unmittelbar zusammenhängende Trockenheit fällt die Ernte für Frühkartoffeln anders aus, als gewöhnlich. Die Kartoffeln sind im Durchschnitt um ein Drittel kleiner als normalerweise und deren Schale ist für die Weiterverarbeitung zu zäh und zu rau.

Die Preise für zum Frittieren geeignete Kartoffeln ist denn auch rasch und drastisch angestiegen, sagte Romain Cools vom Berufsverband Belgapom gegenüber The Guardian: „Im vergangenen Jahr wurde eine Tonne für 25 € verkauft. Heute liegt der Preis zwischen 250 und 300 €.“

Auch bei der englischsprachigen europäischen Nachrichtenplattform Politico wird das Sommerloch mit Beiträgen zur vermeintlichen Frittenkrise in Belgien gefüllt. Hier gab ein Kartoffelzüchter aus Flandern an, seine Ernte für die Sorte „Charlotte“ sei völlig verloren.

Er erwartet auf Jahresbasis durch den heißen Sommer rund 40 % Einkommensverlust. Und falls es in den kommenden zwei Wochen nicht „royal regnet“, dann seien auch die für September und Oktober geplanten Ernten in Gefahr, so der Landwirt.

Im Allgemeinen bedroht die Trockenheit in Belgien große Teile des Anbaus von Obst, Früchten und Gemüse. Die Bauernverbände fordern von den Landes- und der Bundesregierung, dass diese Trockenheit als Katastrophe anerkannt wird, damit Ernteausfälle kompensiert werden können.