Ryanair streikt neben Belgien in vier weiteren Ländern

Der Sozialkonflikt beim irischen Billigflieger Ryanair ist in eine neue Runde gegangen, bzw. hat einen neuen Höhepunkt erreicht. An diesem Freitag streiken die Piloten der Airline in fünf europäischen Ländern. Neben Belgien ist dies der Fall in Irland, in Schweden, in Deutschland und in den Niederlanden. In Belgien fallen 108 Flüge aus. Ryanair droht zudem ein Prozess in Belgien, da der Verbraucherschutzverband Test Aankoop/Test Achats Entschädigungen für betroffene Flugreisende einfordert, die die Fluggesellschaft nicht gewähren will.

Das Hauptaugenmerk der streikenden Ryanair-Piloten liegt in der Forderung, dass ihr Sozialstatut in dem Land angewendet werden soll, in dem sie stationiert sind. Die Low-Cost-Airline hingegen arbeitet in dieser Hinsicht ausschließlich nach irischem (Sozial)Recht. Doch auch die Arbeitsumstände und die schlechte Bezahlung spielen eine Rolle in der Unzufriedenheit des Flugpersonals.

Die Aktionen der Ryanair-Piloten in den einzelnen Ländern sind nicht koordiniert, doch die Unzufriedenheit ist überall zu spüren. In Deutschland ist der Effekt des Streiks wohl am deutlichsten zu spüren, denn dort ist Ryanair an 8 Flughäfen aktiv. Rund 250 Flüge werden dort annulliert. In Belgien, an den Standorten Charleroi und Brussels Airport (Zaventem), fallen insgesamt 108 Flüge weg.

In den Niederlanden betrifft dieser Streik nur 12 Flüge. Dort ist Ryanair nur in Eindhoven aktiv. Allerdings ist diese Arbeitsniederlegung außergewöhnlich, denn dort ist die Streikkultur bei weitem nicht so ausgeprägt, wie in vielen anderen europäischen Ländern. Der Versuch von Ryanair, den Streik in Eindhoven per Einstweiliger Verfügung per Gericht zu untersagen, war übrigens gescheitert.

Inzwischen kündigt die belgische Verbraucherschutzgesellschaft Test Aakoop/Test Achats an, Ryanair vor Gericht zu bringen. Der irische Billigflieger weigert sich, betroffenen Fluggästen wegen dem Streik entsprechende Kompensationen zu zahlen. Die belgischen Ryanair-Piloten hatten bereits am 25. und 26. Juli die Arbeit niedergelegt.