Transmigranten: Polizei Westküste bittet um Hilfe, Innenminister reagiert

Nicholas Paelinck, Polizeichef der Zone Westküste und Vorsitzender des Verbandes der lokalen Polizei in Belgien, läutet aufgrund der in jüngster Zeit wieder stark steigenden Zahl von sogenannten Transmigranten die Alarmglocken. Er fordert, dass die Politik viel enger mit der Polizei zusammenrücken müsse, denn sonst würde man im Kampf gegen die Menschenschmuggler bald das Nachsehen haben. Belgiens Innenminister Jan Jambon (N-VA) sagte dazu gegenüber den Medien, dass er eine landesweite Herangehensweise an das Problem anvisiert. 

Die flämische Tageszeitung Het Nieuwsblad berichtet in ihrer Montagsausgabe ausführlich über das Thema Transmigranten (Flüchtlinge, die sich illegal in Belgien aufhalten, um von hier aus Großbritannien zu erreichen) und dabei kommt auch Polizeichef Paelinck zu Wort, in dessen Einzugsbereich viele dieser Flüchtlinge auftauchen. Diese versuchen über LKW den Fährhafen von Calais zu erreichen oder aber die belgischen Nordseehäfen Ostende und Zeebrügge.

Westküsten-Polizeichef Paelinck richtete seinen Apell in erster Linie an die Politik und er fordert, dass alle politischen und polizeilichen Instanzen von lokaler Ebene über die Provinzen bis hin zur Bundesregierung in dieser Frage an einem Strang ziehen. Nur so könne man dem Problem Herr werden. Er machte dazu auch konkrete Vorschläge:

Errichtung eines zentralen Auffanglagers für aufgegriffene Transmigranten in der Provinz Westflandern, private Sicherheitsfirmen sollen Hafenanlagen schützen, Autobahnen und ihre Rast- und Parkplätze sollten permanent überwacht werden und vor allem auf Ebene der Städte und Gemeinden soll man sich auf eine einheitliche Vorgehensweise einigen.

Paelinck hält die Tatsache, dass die eine Gemeinde Transmigranten in ihrem Zuständigkeitsbereich duldet und die andere hingegen nicht, für ein Unding. Bundesinnenminister Jan Jambon (N-VA) nahm die Kritik und die Forderungen von Polizeichef Nicholas Paelinck umgehend auf und reagierte gegenüber Het Laatste Nieuws mit ähnlichen Aussagen.

Der Innenminister reagiert

Auch er fordert angesichts der wieder steigenden Zahl an Transmigranten in Richtung England, dass man auf allen Ebenen enger zusammenrücken müsse. Jambon sagte, dass alle betroffenen Bürgermeister in dieser Frage mit der Bundesregierung zusammenarbeiten sollten.

Derzeit halten sich wieder hunderte Flüchtlinge im Brüsseler Maximilianpark in der Nähe des Nordbahnhofs auf. Diese wollen in Belgien kein Asyl beantragen, denn sie wollen von hier aus die britischen Inseln erreichen. Manche versuchen das, in dem sie sich in Fernbusse schleichen. Andere suchen von hier aus Wege, über Lastwagen und die Autobahn E40 zur Küste bzw. nach Calais oder auf ein Schiff in einem belgischen Seehafen zu gelangen.

In der vergangenen Woche räumte die Polizei am E40-Rastplatz Jabbeke und in der Nähe des Hafens von Zeebrügge gleich zwei illegale Zeltlager von Transmigranten, in denen sich jeweils mehrere Dutzend Flüchtlinge aufhielten. Seit die Behörden in Frankreich in dieser Frage strenger auftreten, versuchen diese Flüchtlinge ihr Glück wieder vermehrt über Belgien zu finden. „Sie suchen den Weg des geringsten Widerstandes. Und das ist derzeit unser Land.“, so Polizeichef Paelinck…