Baustelle: In Aarschot wurden zwei '14-'18-Granaten geborgen

In Aarschot in der Provinz Flämisch-Brabant sind zwei Granaten aus dem Ersten Weltkrieg geborgen worden. Die Sprengkörper wurden bei Bauarbeiten unter einen älteren Spielplatz am Rande eines Begegnungszentrums entdeckt. Ersten Erkenntnissen zufolge handelte es sich dabei um deutsche Granaten. Aarschot ist übrigens eine der belgischen Märtyrerstädte, in denen die Deutschen nach dem Einmarsch im August 1914 brutal brandschatzten und mordeten. 

Am Montagmorgen sind kurzfristig die Arbeiten zum Bau eines neuen Parkplatzes für das Begegnungszentrum „de Kortakker“ in Aarschot stillgelegt worden. Bauarbeiter waren unter einem ehemaligen Spielplatz auf zwei Sprengkörper gestoßen: „Wir haben Bomben gefunden!“ Auf dem Gelände befand sich früher eine Schule mit eben diesem zum Pausenhof gehörenden Spielplatz.

Der Kampfmittelräumdienst der belgischen Armee, DOVO, sorgte für den Abtransport der Sprengkörper, die die Deutschen wohl einfach haben liegen lassen. Die Granaten waren nicht scharf. Nachdem die Minenräumer von DOVO das Gelände nach weiteren Bomben oder Granaten untersucht hatten, wobei nichts weiteres gefunden wurde, konnte die Baustelle wieder freigegeben werden. 

Bewegende Geschichte

Doch war die Gemeindeverwaltung von Aarschot recht erschrocken von dem Fund, von dem seit etwa 100 Jahren niemand etwas ahnte. Immer waren dort Kinder, auch nach dem die Schule geschlossen und zum Begegnungszentrum „de Kortakker“ wurde, in dem u.a. heute die Musikschule der Stadt und die „Hagelandse Kunstakademie“ untergebracht ist.

Aarschot ist eine der sogenannten belgischen Märtyrerstädte aus dem Ersten Weltkrieg. Die Kleinstadt war in der Nacht zum 20. August von deutschen Truppen fast völlig niedergebrannt worden und aus Vergeltung nach vermeintlichen Morden durch Heckenschützen (die sogenannten „franc tireurs“) wurden auch 75 Zivilisten erschossen, darunter auch Kinder. Die Stadt wird in den kommenden Tagen dieser Geschichte und seiner Opfer gedenken. Mit Schaudern stellten die Bürger von Aarschot am Montag fest, die nah der „Große Krieg“ heute noch sein kann.