Die Leiden der belgischen Bahn: Kupferdiebe, Graffiti und (Un)Pünktlichkeit

Bei der belgischen Bahngesellschaft NMBS/SNCB wird weiter hartnäckig gegen die klassischen Probleme gekämpft. In den vergangenen Wochen häuften sich wieder die Kupferdiebstähle entlang des Schienennetzes und weiterhin muss viel Geld in die Beseitigung von Graffiti auf und in den Zügen gesteckt werden. Nicht zuletzt kann die Bahn auch nicht ihre Pünktlichkeitsziele erfüllen.

Metalldiebe

Die Zahl der Metalldiebstähle bei der belgischen Bahn ist im vergangenen Jahr wieder angestiegen und dies trotz gemeinsamer Anstrengungen von Netzbetreiber Infrabel, Bahnholding NMBS und der Bahnpolizei. Nach einem Höhepunkt in den Jahren 2011 und 2012 sanken die Zahlen der Vorfälle, doch in den vergangenen beiden Jahren wurden wieder mehr Metalldiebstähle registriert (2016 1.732 Fälle und 2017 1.833 Fälle).

Hauptsächlich richten die Metalldiebe ihr Augenmerk auf Kupfer von den Oberleitungen und den Stromkabeln zur Versorgung der Weichen- und Signaltechnik. Bei den Dieben handelt es sich weitgehend um finanziell minderbemittelte Personen, die mit „Schrott“ etwas hinzuverdienen wollen und um organisierte Banden. Letzteres Phänomen geht allerdings in den letzten Jahren deutlich zurück. 2017 wurde der Bahn Kupfer im Wert von rund 600.000 € gestohlen.

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Graffiti

Im vergangenen Jahr musste die belgische Bahngesellschaft rund 4,1 Mio. € aufwenden, um Graffiti von den Zügen zu entfernen. Dabei handelt es sich um die höchste Summe, die die Bahn bisher zu diesem Zweck einsetzen musste. Insgesamt wurden Graffiti von einer Fläche von 130.000 m² von den Fahrzeugen beseitigt.

Im Jahr davor lag die Summe zur Graffiti-Entfernung auf Jahresbasis mit 3,6 Mio. € etwas niedriger. Doch im Laufe von rund 8 Jahren haben sich die Kosten zur Graffiti-Reinigung vom Fahrzeugpark der NMBS verachtfacht. In den vergangenen Tagen und Wochen häufen sich wieder Graffiti auf den Zügen, wie die Pendler quasi täglich feststellen können.

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Jonas Hamers / ImageGlobe

Pünktlichkeit

Im Monat Juni kamen lediglich 84,6 % aller Reisezüge in Belgien mit einer Verspätung von weniger als 6 Minuten an ihrem Ziel an. Das ist der schlechteste Wert seit Bahninfrastrukturbetreiber Infrabel die Pünktlichkeitswerte aufzeichnet. Damit verpasst die Bahn ihr selbstgestecktes Ziel. Eigentlich sollte ein Wert von 89 % pünktlichen Zügen erreicht werden.

Medienberichten zufolge habe die NMBS vor, ihr Pünktlichkeitsziel selbst zu senken und zwar auf 88 % auf Jahresbasis. Doch NMBS-Sprecher Bart Crols wiedersprach kürzlich diesen Meldungen. Das angestrebte Ziel sei und bleibe 89 %. Die Züge auf den belgischen Gleisen werden zusehends unpünktlicher. Noch 2015 waren noch 90,9 % pünktlich an ihrem Ziel (d.h. mit einer Verspätung von höchstens 5 Minuten und 59 Sekunden).