Nicolas Maeterlinck

Jeder dritte Pendler in Flandern fährt mit dem Auto weniger als 10 km zum Arbeitsplatz

Landsleute, die ganz in der Nähe zu ihrem Arbeitsplatz wohnen, nehmen zu oft den eigenen Wagen, um zur Arbeit zu fahren. Dies ergab eine Umfrage von „Sport Flandern“. Diese Statistik steht im krassen Gegensatz zum Vorhaben der Flamen, mehr Sport treiben zu wollen. Warum also steigen Pendler, deren Arbeitsplatz weniger als 10 km von der eigenen Wohnung entfernt liegt, nicht z.B. auf Rad um?

Dass Arbeitnehmer im belgischen Bundesland Flandern auch dann noch nicht auf den Bus oder das Fahrrad umsteigen, wenn ihr Arbeitsplatz nur „einen Katzensprung“ von zu Hause entfernt liegt, mag dann doch verwundern. Laut „Sport Flandern“ nutzt etwa jeder dritte Flame sein Auto auch bei einer Pendelentfernung von weniger als 10 km. Wenn die Flamen doch unbedingt mehr Sport treiben willen, wie die gleiche Umfrage ergab, warum laufen die denn nicht oder steigen aufs Rad um?

Die flämische Landesbehörde „Sport Flandern“ hatte auf der eigenen Webseite eine Umfrage zu diesem Thema eingerichtet, an der sich rund 18.000 Arbeitnehmer aus 162 Unternehmen beteiligt hatten. Dabei kam dieser krasse Gegensatz zutage. 

„Quick win! Wer zur Arbeit mit dem Rad fährt, der braucht die Zeit um sich zu bewegen am Abend nicht mehr einzuplanen.“

Ken Nys, Sport Flandern

„Sport Flandern“ sieht in dem vorliegenden Umfrageergebnis eigentlich eine Chance, wie Redakteur Ken Nys dazu sagt: „Viele Arbeitnehmer sehen durchaus ein, dass es interessant sein kann, mit dem Rad zur Arbeit zu fahren. Wenn sie morgens und abends schon eine halbe Stunde Radfahren, dann brauchen sie nach Feierabend keine Zeit mehr fürs Sporttreiben einzuplanen. Damit ist das Argument, man habe keine Zeit für Sport, vom Tisch.“  

Nys erinnert daran, dass dies auch die Arbeitgeber berücksichtigen sollten. Sportliche und gesunde Arbeitnehmer seien bessere Kollegen, die auch für eine bessere Stimmung am Arbeitsplatz sorgen würden: „Unternehmer sollten am besten Möglichkeiten zum Sporttreiben selbst anbieten, z.B. in den Pausen. Oder sie können einen Fahrradplan ausarbeiten oder mit Sportbekleidung sponsern.“

Nicht zuletzt, so weiß auch „Sport Flandern“, entlasten mehr Radpendler den Straßenverkehr und die ständigen Staus, die auch Flandern tagein, tagaus plagen: „Das sind alles Autos, die während der Stoßzeiten im Berufsverkehr nicht mehr auf der Straße sind. Auch das ist natürlich ein Vorteil.“ 

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