Junger Bahnsurfer (16): „Musste für Mama zeitig zuhause sein“

Ein 16 Jahre alter Jugendlicher hatte am vergangenen Freitag für einen Einsatz der Bahnpolizei gesorgt. Der Junge war in Enghien in der Provinz Hennegau auf eine Lokomotive aufgesprungen, um zeitig zuhause sein zu können. Diese Idee wird wohl ein teurer Spaß für den jugendlichen Bahnsurfer.

Um halb vier am Freitagnachmittag rannte ein Jugendlicher einem Zug in Richtung Brüssel hinterher, dessen Türen nach dem Pfiff des Schaffners bereits geschlossen waren. Da sprang der 16-Jährige auf einen Puffer der Lok und hielt sich an einem Haltegriff für Rangierer fest. Dort stehend und sich krampfhaft an diesem Griff festhaltend wurde er bei rund 140 km/h von Fahrgästen des Zuges entdeckt, die den Schaffner herbeiriefen.

10 Minuten dauerte seine Höllenfahrt bis er in Halle in Flämisch-Brabant von Mitarbeitern des bahneigenen Sicherheitsdienstes Securail dort „abgeholt“ wurde. Offenbar war sich der Jugendliche der Lebensgefahr, in der er sich befand, nicht wirklich bewusst. Als Erklärung gab er an: „Ich bin auf die Lokomotive gesprungen, weil ich für meine Mama zeitig zuhause sein musste.“

Bei der belgischen Bahngesellschaft NMBS/SNCB stößt die Idee des jungen Bahnsurfers nicht unbedingt auf Gegenliebe. Bei der Bahn hieß es dazu, dass man dem Übeltäter dank der Aufmerksamkeit der Fahrgäste und des Zugpersonals das Leben gerettet habe. Schon eine schnelle Fahrt über eine Weiche könnte einen Ruck ausgelöst haben, bei dem der Junge vom Zug hätte fliegen können…

Ein Verfahren wegen gefährlichen Eingreifens in die Sicherheit des Schienenverkehrs ist denn auch unausweichlich. Vermutlich werden die Eltern des 16-Jährigen für den entstandenen Schaden, 12 Minuten Verspätung mit allen Folgen für die betroffene Bahnstrecke, aufkommen. 

BELGA/KRAKOWSKI