Yorick Jansens

Hat der Flughafen Antwerpen noch eine Zukunft? Opposition im Stadtrat findet nicht

Mit dem Schrumpfkurs von VLM Airlines verliert der Flughafen in der flämischen Hafenstadt Antwerpen viele Strecken und seine wichtigste Kundin. Vor zwei Jahren hatte die regionale Fluggesellschaft VLM nach 24 Jahren Konkurs anmelden müssen, konnte aber nach einem Jahr mithilfe von niederländischen und kanadischen Investoren wieder fliegen.  Der Neustart verlief aber nicht wie geplant.

Bald wird es deshalb viel ruhiger am Flughafen von Antwerpen. Heimanbieter VLM Airlines reduziert die Flotte und ändert die Strategie. Ab jetzt konzentriert sich die Fluggesellschaft aufs Chartergeschäft. Die Linienflüge nach Aberdeen, Birmingham, Köln, Maribor, München und Rostock fallen n den kommenden Wochen weg. VLM betreibt künftig nur noch die Strecken nach London City und Zürich regelmäßig.

Damit wird das Angebot am Airport in Flandern deutlich ausgedünnt. Als einzige andere Linienanbieterin verbleibt Flybe, die vier Mal wöchentlich nach London Southend fliegt. Tuifly bietet ab Antwerpen vor allem in der Sommersaison ein touristisches Programm an. Der Ferienflieger steuert je zwei bis drei Mal pro Woche die Ferienziele Alicante, Barcelona, Florenz, Ibiza, Malaga , Murcia, Nador, Palma, Split und Toulon an.

Kritik aus der Politik

Das ist der sozialdemokratischen Partei Flanderns SP.A zu wenig. „Die Nutzung des Flughafens für touristische Flüge ist ein Luxus für die Region, der kaum gerechtfertigt werden kann, wenn der nationale Airport nicht einmal 40 Kilometer entfernt liegt“, so Tom Meeuws, der Vorsitzende der Partei in Antwerpen. Er fordert deshalb die Schließung des Flughafens. Das Gelände solle bis 2030 in einen öffentlichen Park umgewandelt werden.

„Wir schaffen es nicht, dass der Flughafen Gewinne abwirft. Die flämische Regierung zahlt einem privaten Unternehmen viel Geld, fast 120 Millionen Euro, nur um den Flughafen offen zu halten“, so Meeuws. Die Grüne Partei „Groen“ hat den Sozialdemokraten bereits ihre Unterstützung zugesagt. „Seit Jahren wird festgestellt, dass dieser Flughafen zu klein sei und wegen seiner Nähe zu Wohngebieten keine Zukunft hat. Und doch wird er von der flämischen Regierung subventioniert. Das muss aufhören“, findet die grüne Parlamentarierin Ingrid Pira.

Antwerpen wird von der französischen Gruppe Egis betrieben, die für den Betrieb zuständig ist. Die Erhaltung der Infrastruktur übernimmt die Region Flandern. 2017 nutzten 273.000 Passagiere den Airport, das ist weniger als an den vergleichbaren deutschen Flughäfen Erfurt oder Rostock. (Quelle: aerotelegraph.com)