NICOLAS MAETERLINCK

Flandern: Mieten und Pachten für Geschäftslokale fallen

Die Mietpreise für Ladenlokale in den Städten im belgischen Bundesland Flandern fallen, wie die Wirtschaftszeitung De Tijd in ihrer Mittwochsausgabe schreibt. Dies ist vor allem der Fall in kleineren Städten, so das Blatt. Grund dafür ist auch der Online-Handel, der immer mehr klassische Geschäfte aus dem Markt drängt.

Laut einer Studie sinken die Mietpreise für Ladenlokale vor allem im Zentrum kleinerer Städte, wie z.B. Roeselare (Westflandern), Tongeren (Limburg) oder Turnhout (Prov. Antwerpen). Hier werden derzeit Mieten oder Pachten angeboten, die zwischen 10 und 30 % unter den bisherigen Sätzen liegen.

Die Gründe sind vielfältig, wie Boris Van Haare, Retail-Experte beim Immobilien-Anbieter Cushman & Wakefield andeutet: Online-Handel, zu wenig Parkplätze, neue Fußgängerzonen oder auch zu lange dauernde Baustellen. Dadurch seien vor allem Ladenketten nicht mehr unbedingt scharf drauf, viele neue Filialen in den Städten zu eröffnen.

Sinken die Mieten für Geschäftslokale in kleineren Städten schon um 10 bis 30 %, bleibt diese Entwicklung in den Großstädten vorerst noch verhalten. Doch auch in Antwerpen (Einkaufsstraße ‚Meir‘ - Foto oben) und Brüssel sind schon ähnliche Werte vorgekommen. Hier handelt es sich dann vor allem um Immobilien mit großer Geschäftsfläche. 

„E-Commerce macht heute schon 15 bis 20 % des Umsatzes der Retailer aus.“

Boris Van Haare, Cushman & Wakefield

Davon ausgenommen bleiben die Shopping-Zentren am Stadtrand, denn dort, so Boris Ban Haare, „kann man gratis parken und zumeist sind die Geschäft dort auch einfach zu erreichen.“

Neben den praktischen Problemen, wie Parkplatzmangel oder Bauarbeiten in den Innenstädten spielt der Boom des Online-Handels bei dieser negativen Mietpreisentwicklung aber auch eine gewichtige Rolle: „Der E-Commerce macht heute schon 15 bis 20 % des Umsatzes der Retailer aus. Das ist mehr als in den großen Geschäften, die die Ketten auf der ‚Meir‘ in Antwerpen oder in der Nieuwstraat in Brüssel einbringen.“

Positiv ist diese Entwicklung allerdings für Start-Ups oder für Geschäftsleute und Einzelhändler mit besonderem Angebot, wie z.B. Nähateliers, junge Modedesigner, Chocolatiers, Barbiere oder Bio-Läden. Solche Initiativen werden dadurch finanzierbarer und sorgen in den kleineren Städten dann doch nach und nach für ein buntes und junges Flair.