Über 30 belgische Unternehmen bei der Gamescom in Köln

In diesen Tagen tummeln sich die wichtigsten Vertreter der Spielewelt bei der Gamescom in Köln. Unter den rund 1.000 Unternehmen, die während der vier Messetage ihre Entwicklungen präsentieren, sind auch rund 30 Firmen aus Belgien. Die Gamescom sei der beste Platz, um zu „netzwerken“, heißt es dazu auch in diesem Sektor in Belgien. Inzwischen nutzt die Politik in unserem Land diese Messe auch, um Lobbyarbeit für diesen Geschäftszweig zu verrichten.

Im Spielesektor sind die noch wenigen Firmen aus Belgien bereits gut im Geschäft. Dieses Jahr sind rund 30 solcher Unternehmen aus unserem Land in Köln vertreten und jedes Jahr werden es mehr, wie David Verbruggen von FLEGA (Flemish Games Association) gegenüber VRT NWS erklärte: „2014 hatten wir einen Umsatz von 44 Mio. €. Das betraf die gesamte belgische Gamingindustrie. Heute, nur vier Jahre später, können alleine die 30 hier vertretenen Betriebe mit einem Umsatz von 86 Mio. € aufwarten.“

Ein Großteil dieses Umsatzes generiert allerdings eine einzige Firma und zwar die Larian Studios aus Gent, die mit „Divignity Original Sin“ (Foto unten) ein besonders beliebtes und mehrfach international ausgezeichnetes Spiel auf den Markt brachten. Für David Verbruggen ist dieser Erfolg für FLEGA inspirierend: „Es ist denn auch unser Ziel, die belgischen Games-Entwickler auf das Niveau von Larian zu bringen. Das können wir aber nur über mehr Sichtbarkeit erreichen.“

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Die (regionale) Politik wirft ein Auge auf diesen Sektor

Dieses Jahr sind unter den rund 350.000 Messebesuchern auch einige Politiker aus dem belgischen Bundesland Flandern und aus der Region Brüssel-Hauptstadt. Flanderns liberaler Landesmedienminister Sven Gatz (Open VLD) nutzt die Gamescom, um den hiesigen Sektor zu unterstützen. So forderte Gatz am Rande der Messe von der belgischen Bundesregierung, auch für diesen Sektor eine Tax-Shelter, wie bei der Film- und Fernsehindustrie einzuführen.

Dieses System bietet entsprechenden Fachunternehmen günstigere Steuertarife, wenn sie investieren. Doch Gatz will noch weiter gehen und Schülern und Studierenden eine Ausbildung in diesem Sektor schmackhaft machen: „Weltweit ist der Games-Sektor inzwischen größer, als die Film- und Musikindustrie zusammen. Das wird weiter zunehmen, sowohl wirtschaftlich, als auch gesellschaftlich.“

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Zukunft

Dass dieser Sektor auch hierzulande ein wichtiger Wirtschaftszweig sein könnte, ist in Flandern und in der Brüsseler Region vielen nicht entgangen. Neben den flämischen Liberalen Open VLD arbeiten auch die Christdemokraten der CD&V an Gesetzesvorschlägen und Programmen in dieser Hinsicht. Noch im vergangenen Jahr wurde das Budget für den Games-Bereich innerhalb des „Flämischen Audiovisuellen Fonds“ auf 1,73 Mio. € verdoppelt.

Neben Flanderns Medienminister Gatz plädiert auch die regionale Brüsseler Staatssekretärin für Handel, Cécile Jodogne (DéFi), für eine Tax-Shelter für die Games-Industrie.

Weitere Maßnahmen müssen noch vom belgischen Bundesparlament und von der EU-Wettbewerbskommission abgesegnet werden. Ziel dabei ist, dass Zuschüsse aus diesem und anderen Fonds für die belgische Gaming-Industrie nicht als wettbewerbsverzerrende staatliche Hilfe angesehen werden.

Eines ist allen klar: Ein hiesiges Unternehmen kann das beste Spiel der Welt entwickeln, doch wenn niemand davon weiß, dann spielt das auch keiner. Deshalb sind strukturelle finanzielle Hilfen z.B. zur Promo solcher Erzeugnisse und Auftritte auf Messen, wie der Kölner Gamescom unerlässlich. Nächstes Jahr soll laut Sven Gatz dieser Sektor auch auf der Gaming Developers Conference in San Francisco vertreten sein. Auch dies ist, wie die Gamescom, eine richtungweisende Spielemesse…