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Belgiens Verbraucherschützer strengen 50 Verfahren gegen Ryanair an

Die belgische Verbraucherschutzorganisation Test Aankoop/Test Achats bringt 50 Gerichtsverfahren gegen den irischen Billigflieger Ryanair auf den Weg. Damit soll ein Schadensersatz für Reisende aus Belgien erreicht werden, deren Flüge im Zuge der beiden Pilotenstreiks bei Ryanair in Belgien gestrichen werden mussten. Das Argument der Iren, hier liege „höhere Gewalt“ vor, lassen die Verbraucherschützer nicht gelten.

Test Aankoop hat insgesamt 1.350 Klagen von Ryanair-Kunden erhalten, die nach den Streiks bei den belgischen Piloten des Billigfliegers in Belgien Schadensersatz-Ansprüche stellen. Deren Flüge waren während den Streiks in Juli und August gestrichen worden, doch Ryanair weigert sich, den Betroffenen wegen „höherer Gewalt“ oder „außergewöhnlichen Umständen“ eine Kompensierung zu gewähren.

Jens Van Herp von Test Ankoop sagte dazu, dass diese Argumentierung falsch ist: „Dies steht im Widerspruch zu früheren Urteilen des Europäischen Gerichtshofes (EuGH). Ryanair hätte diese Streiks vermeiden können und hat nichts alles dafür getan, diese zu verhindern.“ 

50 Musterfälle

Aus diesem Grunde wählten die Verbraucherschützer 50 Dossiers aus, um im Namen dieser Kläger vor Gericht Schadensersatz einzufordern. Gelingt dies, dann wird Test Aankoop bei Ryanair auch im Namen der anderen Geschädigten Kompensationen einfordern. Man wolle solange prozessieren, bis alle Forderungen erfüllt seien, hieß es dazu bei Test Aankoop.

„Wir fordern den gesetzlichen Schadensersatz von 250 bis 600 € pro Dossier und pro Flug. Und wir wollen auch, dass die zusätzlich entstandenen Kosten für die Reisenden erstattet werden, so wie Hotelkosten, Mietwagen oder Taxifahrten, Kleidung und Hygieneartikel für persönliche Bedürfnisse.", so Test Aankoop-Mitarbeiter Jens Van Herp gegenüber VRT NWS.

Hintergrund

Die in Belgien stationierten Ryanair-Piloten hatten jeweils am 25. und 26. Juli und am 10. August die Arbeit niedergelegt. Sie forderten und fordern noch bessere Arbeitsbedingungen, höhere Gehälter und ein Sozialstatut nach belgischem Recht. Ryanair arbeitet aber als irischer Arbeitgeber nur nach irischem Recht, was für das Personal des Billigfliegers wesentlich schlechter ist. Die entsprechenden Sozialverhandlungen in gleich mehreren Ländern, in denen Ryanair aktiv ist, ziehen sich weiter in die Länge.