Immer mehr flämische Schulen bieten Fachunterrichte in Fremdsprachen

Wenn am 1. September auch im belgischen Bundesland Flandern wieder die Schule beginnt, dann werden genau 101 Schulen eines oder mehrere Fächer in einer anderen Sprache anbieten, als in der hier gesprochenen Mutter- und Amtssprache Niederländisch. Damit richten 20 Schulen mehr ihr Augenmerk auf die Sprachenkenntnis ihrer Schulkinder, als noch im vergangenen Schuljahr.

Flanderns Landesbildungsministerin Hilde Crevits (CD&V) zeigt sich zufrieden mit dieser Entwicklung: „Mehrsprachiger Unterricht bietet einen Mehrwert.“ Dieser mehrsprachige Unterricht in den 101 Schulen, die dies anbieten, bedeutet, dass z.B. die Fächer Geschichte und Erdkunde in Deutsch, Französisch oder Englisch angeboten werden. Dies, so die Ministerin, sei logisch, da diese Fächer schließlich internationalen Bezug haben.

Dieser mehrsprachige Unterricht, auch “Content and Language Integrated Learning” (CLIL) genannt, wird in flämischen Schulen seit 2014 gegeben. Das sich diesem System im neuen Schuljahr gleich 20 zusätzliche Institute anschließen nennt die Bildungsministerin einen Erfolg, zumal „wir hier echt streng sind. Die Fachlehrer müssen die Sprachen so gut wie perfekt beherrschen.“ 

„Mehrsprachiger Unterricht bietet einen Mehrwert.“

Bildungsministerin Hilde Crevits

Untersuchungen ergaben, dass dieser Unterricht in anderen Sprachen den Schülern einen deutlichen Mehrwert liefert: „Das Selbstvertrauen der Schulkinder nimmt zu und auch der Mut, sich in einer anderen Sprache zu unterhalten. Wir sehen auch, dass die Schüler motivierter sind, nicht nur, weil sie eine andere Sprache lernen, sondern auch, weil die entsprechenden Fächer dadurch  interessanter werden.“

Mit diesen Angeboten können sich auch die Schulen weiter profilieren, denn nach Ansicht des flämischen Bildungsministeriums haben solche Unterrichte bei den Eltern einen hohen Stellenwert und einige Familien wählen eine solche Schule auch gezielt aus.