Die ersten afrikanischen Sklaven wurden mit Hilfe eines Flamen nach Amerika verschleppt

Vor ziemlich genau 500 Jahren begann die direkte Verschiffung von schwarzafrikanischen Sklaven in Richtung Nordamerika. Christoph Columbus hatte den amerikanischen Kontinent gerade erst entdeckt und schon brauchten die spanischen Kolonialherren Arbeitskräfte. Die „Rechte“ für die „Lieferung“ von 4.000 Sklaven erhielt ein flämischer Edelmann.

Am 18. August 1518, also vor etwas mehr als 500 Jahren, unterzeichnete Kaiser Karl V. eine Charta zum Sklavenhandel (siehe Illustration am Ende dieses Beitrags). Er tat dies als König von Spanien, denn diesen Titel trug der Kaiser ebenfalls. Er verlieh dem aus dem heutigen Flandern stammenden Geschäfts- und Edelmann Laurent de Goubenot, der in Spanien als Lorenzo de Gorrevod tätig war, die Rechte, um 4.000 Sklaven aus Schwarzafrika direkt von dort aus in die Neue Welt zu verschiffen, ohne dabei, wie bisher, in Spanien oder Portugal anzulegen.

Arbeitskräfte waren in den ersten Jahren nach der Entdeckung der Karibischen Inseln und Süd- sowie Nordamerika durch Christoph Columbus dringend notwendig. Die dortigen Ureinwohner, die Columbus „Indianer“ nannte, weil er glaubte, in Indien angekommen zu sein, wurden mit der schweren Arbeit in den Gruben, aus denen die Conquistadores Bodenschätze abbauen ließen, nicht fertig. Sie „kippten um wie die Fliegen“, wie es damals hieß. Schuld daran war auch, dass sie gegen die Krankheiten, die die Europäer dort eingeschleppt hatten, nicht immun waren und schon bei einem einfachen Schnupfen sterben konnten.

(Lesen Sie bitte unter der Illustration weiter)

Flämische Beteiligung

Die afrikanischen Sklaven, so wussten die Europäer bereits aus ihrer Erfahrung, die konnten arbeiten und waren robuster und so wurden sie kurz nach der Entdeckung der Neuen Welt auch dorthin geschafft. Rasch wurden sie auch auf den Zuckerrohr-, Tabaks-, Kaffee- und Baumwollplantagen eingesetzt.

Der flämische Edelmann Laurent de Gouvenot arbeitete am Hof Kaiser Karls V. und bekam so den Auftrag, den er aber sogleich weiterverkaufte, z.B. auch an den nach Nordholland geflohenen Geschäftsmann Balthazar de Moucheron. Die Charta zum Sklavenhandel von Kaiser Karl V./König Karl I. von Spanien (in Personalunion) war der Beginn einer rund 350 Jahre langen unmenschlichen Praxis, die dafür sorgte, dass rund 12 Millionen afrikanische Sklaven auf den amerikanischen Kontinent (Süd-, Mittel- und Nordamerika) verschleppt wurden. Unzählige von ihnen überlebten schon die lange Schifffahrt nicht. Und die Folgen der Sklaverei sind bis heute überall auf der Welt noch spür- und sichtbar. 

Ministerie van Cultuur en Sport Spanje/ArchivoGeneral de Indias)