Zwei Wölfe in Limburg sorgen für einen flämischen „Wolfsplan“

Flanderns Umweltministerin Joke Schauvliege (CD&V) hat einen „Wolfsplan“ für ihr Bundesland vorgelegt. Die Ministerin ist der Ansicht, dass die Menschen im Land angesichts der Tatsache, dass sich mit Naya und August zwei Wölfe in der Provinz Limburg niedergelassen haben, lernen sollen, mit diesen Tieren zu leben. 

Dem „Wolfsplan“ für Flandern ist unter anderem von Seiten des WWF und der flämischen Vereinigung „Naturpunt“ zugestimmt worden aber von den Schafshirten und den Jagdverbänden. Neben den beiden Limburger Wölfen Naya und August lebt noch ein dritter Wolf in Belgien und zwar in den wallonischen Ardennen. 

Die Tatsache, dass sich schon drei Wölfe in Belgien niedergelassen haben, lässt vermuten, dass noch weitere Tiere hinzukommen: das kann der Nachwuchs von Wölfen sein, die sich hier paaren oder durch Zuzug von weiteren Tieren.

Wölfe leben in erster Linie von Wildschweinen und Rotwild, doch diese Tiere sind nicht überall zu finden. Deshalb können auch Haustiere von Wölfen gerissen werden, wie z.B. Schafe, was ja bekanntlich bereits geschehen ist. Auch aus diesem Grunde ist ein „Wolfsplan“ wohl keine schlechte Sache.

Dieser Plan sieht den besonderen Schutz von Gegenden vor, die die Wölfe als ihr Revier ausgewählt haben. Dies beinhaltet, dass Wandern oder andere waldbezogene Freizeitaktivitäten dort eingeschränkt werden sollen und dass sich auch der Verkehr an neue Regeln halten muss. 

Schafhirten müssen aufpassen

Hirten, die ihre Schafsherden in der Nähe von Wolfsrevieren halten, sollten diese, wenn sie keine Ställe in Ortskernen haben, am besten Nachts bewachen. Die entsprechenden Wiesen sollten z.B. mit Stromdraht umspannt werden, doch die Spannung müsste dabei erhöht werden, denn was Schafe daran hindert, den Draht zu berühren, hält einen Wolf nicht davon ab, in die Wiese einzudringen, so einige technische Angaben in diesen „Wolfsplan“.

Aber, keine einzige Maßnahme ist zu 100 % sicher. Wölfe sind intelligente Tiere und bei Mangel an Alternativen aus der Wildnis könnten Schafe für sie zum Hauptgericht auf ihrer Speisekarte werden. Doch von Wölfen gerissene Schafe werden den Züchtern und den Hirten ersetzt. 

Hunde und Wölfe dürfen sich nicht kreuzen

Wölfe sind europaweit geschützte Tiere, die weder gejagt noch erlegt werden dürfen. Das trifft allerdings auch für Kreuzungen mit Wölfen zu. Auch Mischlingswölfe stehen unter Naturschutz. Deshalb sieht der flämische „Wolfsplan“ Maßnahmen vor, Kreuzungen zu vermeiden. 

„Sie dürfen auf ihre Umgebung stolz sein. Die Behörden helfen ihnen dabei, mit dem Wolf leben zu lernen.“ 

"Wolfsplan" der flämischen Landesregierung

Hundebesitzer, die bestimmte Hunderassen halten, sollten ihre Tiere in der Nähe von Wolfsrevieren nicht freilaufen lassen. Verwilderte Hunde sollen nach Möglichkeit eingesammelt und in bestimmte Tierheime gebracht werden.

Die flämischer Landesregierung ist stolz darauf, dass sich Wölfe hier niederlassen, doch sie achtet darauf, dass dies nicht zu Problemen für die Bevölkerung und deren Sicherheit führen wird. In den kommenden Tagen und Wochen wird der „Wolfsplan“ landesweit den Provinzen und den Gemeinden unterbreitet. „Sie dürfen auf ihre Umgebung stolz sein“, so die Landesregierung: „Die Behörden helfen ihnen dabei, mit dem Wolf leben zu lernen.“