Belgisches Fischerboot vor England gekentert. Drei Besatzungsmitglieder gerettet, zwei vermisst

Vor der britischen Küste ist ein belgisches Fischerboot aus noch unbekannten Gründen am Samstagnachmittag gekentert. Das meldet das Zentrum für Seenotrettung in Ostende. Drei Besatzungsmitglieder konnten von einem vorbeifahrenden Kreuzfahrtschiff gerettet werden, zwei werden noch vermisst.  Nach ihnen suchen die britischen Behörden. 

Das belgische Fischerboot Z-19 mit dem Namen 'Sonja' kenterte am Samstag gegen 16:30 Uhr etwa sechzig Kilometer vor der Küste des ostenglischen Great Yarmouth, etwa 170 Kilometer nordöstlich von Zeebrugge. Drei belgische Besatzungsmitglieder wurden nach vier Stunden aus ihrer Rettungsinsel gerettet, nachdem die Besatzung des vorbeifahrenden Kreuzfahrtschiffes "The Pacific Princess" ein Warnsignal bemerkt hatte.

Die Kanadierin Teena Dowd war ein Passagier auf dem Kreuzfahrtschiff. Sie erzählte den britischen Medien, dass das Schiff nach einer Ankündigung des Kapitäns den Kurs geändert habe, um die Belgier vor dem Meer zu retten. "Zuerst dachte die Crew, wir könnten die Männer nicht aus dem Meer holen. Der Kapitän kündigte an, dass wir einfach neben ihnen treiben würden, um sie aus dem Wind zu halten, bis die Küstenwache da war. Aber als sich herausstellte, dass wir nah genug rankommen konnten, nahmen sie sie trotzdem mit an Bord.“

Vermisst

Es soll eine Stunde gedauert haben, um den drei Männern an Bord zu helfen. Einer der Männer sei ins Wasser gefallen, als er auf eine Leiter steigen wollte. Er musste zurück in die Rettungsinsel gezogen werden und es dann wieder auf einer stabileren Leiter versuchen.

Die Rettung wurde auf dem Kreuzfahrtschiff freudig begrüßt, bis sich herausstellte, dass noch zwei Personen vermisst wurden. "Es war enorm ernüchternd, als der Kapitän sagte, dass noch zwei Besatzungsmitglieder fehlen", sagte ein Passagier.

Das Kreuzfahrtschiff suchte dann noch zwei weitere Stunden nach den beiden anderen vermissten Besatzungsmitgliedern, ebenfalls Belgier. Dann ging es weiter nach Dover, wo die drei geretteten Belgier an Land gebracht wurden. "Es geht ihnen gut", bestätigt Réjane Gyssens vom Zentrum für Seenotrettung (MRCC) in Ostende.

Schlechtes Wetter

Von den beiden anderen Besatzungsmitgliedern gibt es vorerst keine Spur. "Wir glauben, dass die beiden vermissten Crewmitglieder im Wasser gelandet sind", sagt Lee Duncan von der britischen Küstenwache.

"Die englischen Rettungsdienste suchten sie gestern Abend und Nacht. Sowohl mit Booten auf dem Wasser als auch aus der Luft", sagt Gyssens. "Die Rettungsaktion wurde heute Morgen wieder aufgenommen, vorerst ohne Erfolg.

Sie Rettungskräfte suchen auch nach dem Fischerboot Z.19, das inzwischen gesunken sein soll. Es ist noch nicht klar, warum das Schiff gekentert ist. Das MRCC bestätigt, dass das Wetter zum Zeitpunkt des Vorfalls schlecht war und dass es einen starken Wind von bis zu 8 Beaufort gab, aber es ist nicht klar, ob es einen direkten Zusammenhang zwischen dem Wetter und dem Unfall gibt.