Bis 2035 steigt die Zahl der Demenzkranken in Flandern fast um die Hälfte

Das flämische Kompetenzzentrum für Demenz und die Alzheimer-Liga Flandern erwarten nach Bevölkerungsprognosen im Jahr 2035 durchschnittlich 42,7 Prozent mehr Menschen mit Demenz, fast die Hälfte mehr als noch heuteelb so viel wie heute. In einigen Gemeinden, insbesondere im ländlichen Raum, kann der Anstieg jedoch bis zu 90 Prozent betragen. Die Kommunen müssen hierauf vorbereitet sein, finden beide Organisationen.

Für die gesamte Region Flandern wird die Zahl der Menschen mit Demenz derzeit auf 131.818 (2018) geschätzt. Diese Zahl wird sich bis 2035 auf 188.183 erhöhen, was einem Anstieg von 42,7% entspricht. Die Hauptursache ist die Vergreisung der Bevölkerung.

Aber es gibt große regionale Unterschiede zwischen den Gemeinden. In einigen überwiegend ländlichen Gemeinden, vor allem in Limburg und den Kempen, wird sich die Zahl der Menschen mit Demenz fast verdoppeln. In Großstädten gibt es in der Regel einen etwas geringeren Anstieg. Dort ist die Bevölkerung jetzt schon älter und die Zahl der Demenzkranken entsprechend bereits höher.

Kommunen sind gefordert

Wegen der zu erwartenden Entwicklung müssen kurzfristig Maßnahmen ergriffen werden. Demenz sollte bei den bevorstehenden Gemeindewahlen im Oktober dringend zum Thema gemacht werden. "Demenz hat eine wichtige lokale Dimension: Menschen mit Demenz leben in 70 Prozent der Fälle noch in der eigenen Wohnung", so Jurn Verschraegen vom flämischen Kompetenzzentrum Demenz.

Beide Organisationen haben ein Memorandum für die lokalen Behörden erstellt. Darin fordern sie die Schaffung einer demenzfreundlichen Gemeinde. "Länger zu Hause bleiben, ist das neue Motto, und das ist auch gut so. Aber wir müssen auch dafür sorgen, dass die Menschen so lange wie möglich selbstständig funktionieren können. Die Kommunen können dabei eine wichtige Rolle spielen", sagt Verschraegen.

Menschen mit Demenz halten es für wichtig, so lange wie möglich an der Gesellschaft teilnehmen zu können. "Kommunen können helfen, die Isolation nach der Diagnose zu bekämpfen, ganz konkret, indem sie beispielsweise leicht zugängliche Informationen über Sozialämter oder Bibliotheken verbreiten“.