N-VA-Staatssekretär Theo Francken sorgt mit Facebook-Post für Kontroverse

Theo Francken, Staatssekretär für Asyl und Migration, hat erneut eine Kontroverse in den sozialen Medien ausgelöst. Er hatte eine Nachricht auf Facebook veröffentlicht, die als "LGBT-unfreundlich" wahrgenommen wurde. Francken (Foto, links) hat die Nachricht inzwischen zwar entfernt, aber der Schaden war angerichtet. Montag sprach ihm sein N-VA-Parteichef Bart De Wever (Foto, rechts) seine Unterstützung aus.  Meyrem Almaci, die Vorsitzende der flämischen Grünen ( Groen), hat inzwischen Premierminister Charles Michel aufgefordert, Theo Francken zurecht zu weisen.

Sonntagabend veröffentlichte Francken eine Nachricht auf Facebook, um die Welt darüber aufzuklären, dass ihn bestimmte Aspekte der Gesellschaft befremden. Als Beispiel nannte er Männer, die sich wie Frauen verhalten. "Männer, die sich schminken, ihre Augenbrauen epilieren, Dessous anziehen, eine teure Frauentasche tragen, schwanger werden.... Wird die Welt verrückt oder liegt das Problem bei mir?" fragte der Staatssekretär.

Francken fuhr fort: "Lang sollen die Männer leben, die diesen ganzen Mist nicht brauchen, um sich wohl zu fühlen. Aber alle, die dies mögen: fühlt euch nicht beleidigt oder angegriffe. Es ist nichts Persönliches. Be free."

Die Nachricht wurde im Laufe des Abends mehrmals angepasst, uns schlussendlich wieder entfernt. "Sie verursachte zu viele Missverständnisse", so Francken in einem Tweet.

Das ist nicht die Meinung der Partei, aber es ist seine Meinung, und es steht jedem frei, seine Meinung zu äußern.
N-VA Parteivorsitzender Bart De Wever

Aber der Schaden war angerichtet worden. Francken vertritt in der belgischen Regierung die flämischen Nationalisten N-VA, und die Menschen fragten sich in den sozialen Medien, wie Zuhal Demir und Liesbeth Homans zu diesem Thema stehen. Beide gehören derselben Partei an. Demir ist belgische Staatssekretärin für Chancengleichheit und Homans ist für dasselbe Ressort in der flämischen Regierung zuständig.

Cavaria, die Organisation, die die Interessen der LGBT-Gemeinschaft (Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender) vertritt, forderte Francken auf, sich zu entschuldigen. Aber das ist nicht passiert. Heute Nachmittag äußerte sich dann der N-VA-Parteivorsitzende Bart De Wever zu dieser Debatte. Er unterstützte Francken - der in Meinungsumfragen sehr gut abschneidet - und sagte: "Das ist nicht die Meinung der Partei, aber es ist seine Meinung, und es steht jedem frei, seine Meinung zu äußern". De Wever fügte hinzu, er sehe keinen Grund für Francken, sich zu entschuldigen.

Auch Zuhal Demir reagierte: "Die sexuelle Identität eines Menschen ist seine individuelle Freiheit, die niemanden etwas angeht. Kaufen Sie immer die Unterwäsche, die am besten zu Ihnen passt."

„Das kann ein Klima für homophobe Gewalt schaffen"

Unterdessen hat Meyrem Almaci, Vorsitzende der flämischen Grünen ( Groen), Premierminister Charles Michel aufgefordert, Theo Francken zurecht zu weisen. "Seine Position ist nicht mit unserer liberalen Demokratie vereinbar und schafft ein Klima für homophobe Gewalt", sagte sie. "Francken ist ein beliebtes Regierungsmitglied, der Premierminister muss eingreifen."

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