Arbeitsmarkt: Viele Unternehmen sind unzufrieden mit Brüssel

Immer mehr Unternehmen verlassen die belgische Hauptstadt Brüssel, um sich mit ihren Büros irgendwo anders im Land niederzulassen. Die Gründe dafür sich unterschiedlich, wie die flämische Wirtschaftszeitung De Tijd dazu schreibt. Büroräume sind trotz großem Angebot teuer und im Zentrum der Stadt wird es immer enger. Hinzu kommt noch, dass das Image von Brüssel international nicht mehr so hoch ist und dass der Verkehr hier zu einem Riesenproblem wird.

Im vergangenen Jahr haben rund 3.420 Unternehmen Brüssel verlassen, um sich anderswo niederzulassen, wie De Tijd dazu schreibt. Doch laut Didier Gosuin (DéFi), Brüssels regionaler Minister für Arbeit und Wirtschaft, bedeutet dies nicht unbedingt, dass die belgische Hauptstadt an Anziehungskraft einbüßt.

Und doch sind die Möglichkeiten für Unternehmen, sich innerhalb Brüssels zu vergrößern, eingeschränkt. Laut Gosuin ist Brüssel nicht unbedingt teurer, denn „viele Gebäude sind günstiger als im Rest des Landes.“ Und doch vollzieht sich ein „Exodus“. Mehrere Firmen zogen auch in jüngster Zeit noch Personal aus Brüssel in Richtung anderer Niederlassungen ab.

Viele Beschäftigte wandern ab

Die Statistiken belegen dies. So setzten sich alleine 2016 fast 8.000 Jobs in Richtung anderer Landesteile in Belgien aus Brüssel ab, während gleichzeitig „nur“ rund 5.480 hinzukamen. Damit bestätigt sich laut De Tijd ein Trend, der seit etwa 10 Jahren anhält. Davor machte in letzter Zeit auch die Medienlandschaft in Belgien keine Ausnahme. Einige flämische Redaktionen oder private Medien- und Rundfunkunternehmen zog es in Richtung Antwerpen oder in die benachbarte Provinz Flämisch-Brabant.

Neue Unternehmen und Start-ups

Doch es gibt auch positive Meldungen für Brüssel als Wirtschaftszentrum, wie die flämische Ausgabe der Gratiszeitung für die Nutzer öffentlicher Nahverkehrsmittel, Metro, meldet. Im vergangenen Jahr hat sich eine Rekordzahl an neugegründeten Firmen in Brüssel niedergelassen. Insgesamt handelte es sich dabei 2017 um knapp 13.000 junge Unternehmen.

Dem gegenüber standen aber auch 8.748 Firmen, die aufgeben oder die Konkurs anmelden mussten. Dies alles, so De Tijd, sorgt aber nicht unbedingt dafür, dass sich allgemein etwas am Arbeitsmarkt oder an der Zahl der Beschäftigten in der belgischen Hauptstadt wirklich ändert. Letztes Jahr stieg die Zahl der Arbeitnehmer in Brüssel sogar um 1,4 % im Vergleich zu 2016. Das ist ein höherer Wert als z.B. in Flandern (+0,9 %) und in der Wallonie (+0,3 %).