Polizistenmord in Spa: Haftbefehl gegen den Hauptverdächtigen

Nach dem Mord an einem Polizisten in Spa am vergangenen Wochenende ist gegen den mutmaßlichen Täter, ein Niederländer, Haftbefehl erlassen worden, wie die Staatsanwaltschaft von Lüttich bekannt gab. Dem Mann wird Mord sowie versuchter Mord zur Last gelegt. Inzwischen konnten in den Niederlanden auch dessen Begleiter verhaftet werden. Die belgische Justiz hat inzwischen die Überstellung der beiden Männer beantragt. 

Im Zuge der Verhöre hat der 36 Jahre alte mutmaßliche Täter gesagt, dass er sich an nichts erinnere. Der Mann machte auch keinerlei Angaben zum Verbleib der Tatwaffe, die bisher noch nicht gefunden werden konnte und macht zudem von seinem Schweigerecht gebrauch.

Bisherigen Ermittlungen zufolge hat der Niederländer in der Nacht auf Sonntag bei einer Polizeikontrolle eines Taxis nach einer Café-Rauferei im Zentrum von Spa einen 38 Jahre alten Polizeibeamten erschossen und vier weitere Schüsse auf dessen Kollegen abgegeben, bevor er aus dem Fahrzeug flüchtete - daher lautet die Anklage auf Mord sowie versuchten Mord.

Mittäter und Zeugen

Nach der Tat war der Mann in einem Waldstück in volltrunkenem Zustand gestellt worden. Seine beiden Begleiter, die nach den Schüssen auf die Polizeibeamten ebenfalls flüchten konnten, wurden am Montag in den Niederlanden verhaftet. Die belgische Justiz hat bei den niederländischen Behörden deren Auslieferung, bzw. Überstellung beantragt. Inzwischen haben sich auch zwei Zeugen des Vorfalls bei der Polizei gemeldet.

Insgesamt haben sich in dem Taxi zur Tatzeit neben den Fahrer fünf Personen befunden, von denen drei mittelbar oder unmittelbar an der Schießerei beteiligt waren. Die drei Personen waren gerade erst zugestiegen, während zwei andere Fahrgäste bereits seit längerem im Wagen waren.

Bei diesen beiden Personen handelt es sich um die Zeugen, die sich bei der Polizei gemeldet haben. Der Fahrer des Taxis stand nach der Tat unter Schock und hatte bei einer polizeilichen Befragung angegeben, absolut nicht gesehen zu haben, wer der Schütze gewesen sei. 

Kein unbeschriebenes Blatt

Nach Informationen der niederländischen Tageszeitung „De Limburger“ und des Belgischen Rundfunks in deutscher Sprache, BRF, handelt es sich bei dem Hauptverdächtigen um einen Mann aus dem niederländischen Schinnen, einem Ort nahe der Grenze zu Belgien in der Provinz Süd-Niederlande. Der 36-Jährige sei mit seinem Vater und seinem Bruder in Spa gewesen, um beim Großen Preis von Belgien auf der Rennstrecke von Francorchamps dem niederländischen Formel-1-Fahrer Max Verstappen zuzujubeln.

Der Verdächtige wird in den niederländischen und belgischen Medien als ein Mann beschrieben, der schon lange auf der schiefen Bahn ist. Er habe in einem Campingwagen im Garten seiner Eltern gewohnt und soll als gewalttätig und drogensüchtig polizeilich bekannt sein, so „De Limburger“.