Unruhe in Knokke-Heist über einen noch zu bauenden Sikh-Tempel

Die Anwohner der Hendrik Consciencestraat im mondänen Küstenbadeort Knokke-Heist (Prov. Westflandern, Foto) machen sich Sorgen über einen Sikh-Tempel, der dort möglicherweise entstehen wird. Sie befürchten Lärmbelästigungen und geben an, dort seien zu wenig Parkplätze. Doch der Bürgermeister des Ortes beschwichtigt.

Knokkes Bürgermeister Leopold Lippens (Gemeentebelangen) gab dazu an, dass es nicht zu Belästigungen oder zu Parkplatzmangel durch den Sikh-Tempel kommen werde, denn „es handelt sich dabei um eine kleine Gemeinschaft.“ Noch laufen die Genehmigungsverfahren, was bedeutet, dass noch lange nicht sicher ist, dass im Ortsteil Knokke-Heist überhaupt ein solcher Gebetstempel entstehen wird.

Doch die Sorgen der Anwohner bleiben bestehen und inzwischen häufen sich die Aufrufe in den sozialen Medien, den Bau eines solchen Tempels im Rahmen des laufenden Genehmigungsverfahrens in Frage zu stellen. Ob effektiv Beschwerden eingereicht werden, bleibt abzuwarten. Bis zum 9. November muss die Gemeinde Knokke einen Beschluss fassen.

Nicht die ersten Bedenken an der belgischen Nordseeküste

Vor kurzem entstand in der Nachbargemeinde Blankenberge ebenfalls Unruhe wegen eines geplanten Baus eines Sikh-Tempels und die Stadtverwaltung gab letztendlich kein grünes Licht für das Projekt. Das Projekt habe „zu viele vage Punkte“ im Dossier gehabt und es sei mit Protesten zu rechnen gewesen, so die Argumentierung.

Die Sikh-Religion ist eine im 15. Jahrhundert nach Christus entstandene monotheistische Religion. Die im Punjab in Nordindien gegründete Religionsgemeinschaft hat heute rund 26 Millionen Anhänger, wovon die Mehrzahl in Indien lebt. Die Sikh-Religion betont die Einheit der Schöpfung und verehrt einen gestaltlosen Schöpfergott, der weder Mann noch Frau ist.