Brüsseler Busfahrer mit Nazi-Tattoos nach 26 Jahren im Dienst entlassen

Die regionale Brüsseler Nahverkehrsgesellschaft MIVB/STIB hat einen Busfahrer entlassen, der 26 Dienstjahre auf dem Buckel hatte. Doch der Mann hatte eine Nazi-Tätowierung auf einem Arm, die er im Rahmen einer Feier unter Kollegen zum ersten Mal gezeigt hatte. Die Fotos, die dabei aufgenommen wurden, landeten in den sozialen Medien und darauf wurde die MIVB-Direktion aufmerksam.

Das Tattoo des Busfahrers besteht aus den Ziffern „88“, ein Verweis auf den achten Buchstaben im Alphabet, „h“. Diese „88“ steht in rechtsradikalen Kreisen für „Heil Hitler“. Der zweite Teil der Tätowierung ist ein Reichsadler mit Hakenkreuz,  gefolgt von der Buchstabenkombination „SS“.

Nach Angaben von MIVB-Sprecherin An Van Hamme, hatte der Busfahrer 26 Jahre lang ohne Zwischenfälle seinen Job gemacht: „Bis zu diesem Sommer ist er mit seinem Tattoo diskret umgegangen. Jetzt hat er es gezeigt. Also aufgrund dessen konnten wir nicht anders, als ihn zu entlassen.“ 

Kann die Entlassung angefochten werden?

Ob der entlassene Busfahrer mit strafrechtlichen Folgen zu rechnen hat, ist noch unklar. Auch in Belgien sind derart offensichtliche Nazi-Symbole in der Öffentlichkeit verboten. Doch unter Umständen kann diese Entlassung für die Nahverkehrsgesellschaft zu einem Problem werden.

Peter Stroobants, Anwalt und Co-Autos eines Fachbuches zum Thema Entlassungen, hat so seine Zweifel, wie er gegenüber VRT NWS angab: „Wenn das Tattoo auf einer privaten Feier zu sehen war, während es bei der Ausführung seiner Arbeit als Fahrer nicht zu erkennen war, glaube ich, wird es die MIVB nicht leicht haben, diese Entlassung zu begründen. Zumal dann nicht, wenn es vorher zu keiner Warnung oder zu keinem Gespräch dazu kam.“

Falls ein Richter zu dem Urteil komme, dass die Entlassung nicht rechtens ist, dann wird sie wohl aufrecht erhalten werden, so Stroobants, allerdings dann mit einer Entschädigung verbunden.

Zweite Entlassung aus gesellschaftspolitischen Gründen

Diese Entlassung ist die zweite ihrer Art bei der regionalen Verkehrsgesellschaft in Brüssel in diesem Jahr, die mit weltanschaulichen Gründen verbunden ist. Im Mai hatte die MIVB/STIB einen Busfahrer entlassen, der eine islamistische Partei gegründet hatte und auch deren Vorsitzender war. Auch hier wurde die Entlassung damit begründet, dass das Verhalten eines Personalmitglieds gegen die Werte des Unternehmens verstoße.

Nach Ansicht des Politikers der Partei „Islam“ soll Belgien moslemisch werden und dies sei dann auch mit einer strikten Geschlechtertrennung verbunden. Eine seiner Ideen war, auch in den Bussen und Bahnen seines Arbeitgebers Männer und Frauen zu trennen. Damit war für die MIVB das Maß voll und dem Mann wurde gekündigt.